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Diese älteste mitteleuropäische Zeitschrift dieser Thematik informiert über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse durch Originalarbeiten und Tutorials, Nachrichten, Reportagen, Interviews, Kommentare, Rezensionen, Personalia und Veranstaltungshinweise, kurzum: In der »Zeitschrift für Audiologie« steht alles Wissenswerte aus diesem und den benachbarten Fachbereichen wie der Pädaudiologie, Logopädie, HNO-Heilkunde, Hörgeräte-Akustik, Audiometrie, Hörgeschädigtenpädagogik etc. Darüber hinaus verbreitet die Zeitschrift die Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Audiologie.

 

Dem internationalen Charakter entsprechend, erscheinen die Originalarbeiten und Tutorials in der »Zeitschrift für Audiologie« optional in englischer Sprache (mit deutscher Kurzfassung) oder deutschsprachig (mit Summaries in Englisch). Die Tabellen- und Bildlegenden sind stets zweisprachig.

 

Für die Qualität des redaktionellen Inhalts bürgt ein Expertenteam der verschiedenen Fakultäten aus dem In- und Ausland.

 

Die Online-Plattform ist das Zentralarchiv aller wissenschaftlichen Beiträge der Fachzeitschrift und steht allen DGA-Mitgliedern und Abonnenten kostenlos im geschlossenen Bereich zur Verfügung. 

 
Audiological Acoustics | Aus der aktuellen Zeitschrift für Audiologie
Z Audiol 2018; 57 (4) 138-147 – Winkler/Holube

Einfluss des Störgeräusches auf das Sprachverstehen von Einsilbern


Effect of noise on speech recognition of monosyllables

 

Alexandra Winkler und Inga Holube
Institut für Hörtechnik und Audiologie, Jade Hochschule und Exzellenzcluster „Hearing4All“, Oldenburg

 

Zusammenfassung: In der Hilfsmittelrichtlinie sind die Indikationskriterien für eine Hörgeräteversorgung und deren Verifikation festgelegt. Diese Verifikation sollte im Störschall stattfinden, da insbesondere störgeräuschbehaftete Hörsituationen für Menschen mit Hörbeeinträchtigung herausfordernd sind. Als mögliches Verfahren bietet sich nach Hilfsmittelrichtlinie u.a. der Freiburger Einsilbertest an. Welches Störgeräusch und welche Lautsprecherdarbietung verwendet werden sollen, ist jedoch in der Hilfsmittelrichtlinie nicht festgelegt. Diese Studie untersuchte, inwiefern das Sprachverstehen von Probanden mit normalem Hörvermögen vom verwendeten Störgeräusch abhängt. Neben dem Freiburger Einsilbertest wurde als Vergleich der Einsilberreimtest nach von Wallenberg und Kollmeier verwendet. Als Störgeräusche wurden jeweils ein aus dem Sprachmaterial generiertes Rau-schen, das CCITT-Rauschen, das ICRA1-Rauschen und das Verdeckungsgeräusch nach DIN 60645-2 bei verschiedenen Signal-Rausch-Abständen aus der Vorne-Richtung dargeboten. Für jeden Sprachtest wurden störgeräuschabhängige Diskriminations-funktionen angepasst und der Signal-Rausch-Abstand für ein Sprachverstehen von 50 % (L50) mit dazugehöriger Steigung bestimmt. Die störgeräuschabhängigen L50-Werte unterschieden sich für jeden Sprachtest signifikant und wiesen einen Unterschied von ca. 6 dB zwischen den beiden Sprachtests auf. Die Verdeckungswirkung der verschiedenen Störgeräusche konnte nur teilweise mit dem Speech Intelligibility Index abgebildet werden. Im Vergleich zu Literaturwerten für die entsprechenden Sprachtests in Ruhe wurde eine höhere Steigung beobachtet. Aufgrund der signifikant unterschiedlichen L50-Werte wird empfohlen, die Hilfsmittelrichtlinie genauer zu formulieren, mindestens jedoch die Angabe des Störgeräusches zu fordern.

Stichwörter: Sprachaudiometrie, Freiburger Einsilbertest, Einsilberreimtest, Störgeräusch, Sprachverständlichkeits-schwelle, Speech Intelligibility Index

 

Abstract: The guidelines for hearing aid treatment include criteria for hearing aid evaluation. Since noisy situations are often very challenging for people with hearing impairment, speech recognition tests in noise are essential. Hearing aid evaluation in noise can be carried out using the Freiburg monosyllabic speech test, but information on which noise is to be applied is missing in the guidelines. Therefore, this study focused on the impact of different noise signals on monosyllabic speech recognition. The Freiburg monosyllabic speech test and the monosyllabic rhyme test of von Wallenberg and Kollmeier were used as speech tests. Speech-shaped noise that had been developed out of the speech material, CCITT, ICRA1 and a noise according to DIN 60645-2 were chosen as noise signals. Both, noise and speech signals, were presented from one loudspeaker in front of the listener at different signal-to-noise-ratios. Noise dependent discrimination functions were fitted and speech recognition thresholds for 50 % correct were estimated for both speech tests. Statistical analysis showed significant difference in speech recognition among the noises. The thresholds for the two speech tests differed by approx. 6 dB. Modelling the measurement outcomes with the Speech Intelligibility Index only partially reflected the influence of the different noises on speech recognition. Compared to literature data for speech tests in quiet, steeper discrimination functions were obtained independently of the different speech tests and noise. Due to significant differences in speech recognition thresholds, the guidelines for hearing-aid treatment should declare more precisely the test conditions or should at least demand to specify the used noise type.

 

Keywords: Speech audiometry, Freiburg monosyllabic speech test, monosyllabic rhyme test, noise, speech recog-nition threshold, Speech Intelligibility Index


 
Z Audiol 2018; 57 (3) 95-103 – Hoffmann/Schäfer/Coninx

Voruntersuchung zur Praktikabilität des Adaptiven Auditiven Sprachtestes (AAST) als Screeninginstrument bei Vorschulkinder

A preliminary study on the practicability of the Adaptive Auditory Speech Test (AAST) as a screening tool in preschool children

 

Vanessa Hoffmann1, Karolin Schäfer2, Frans Coninx3
1 HFH Hamburg, Fachbereich Gesundheit und Soziales, Hamburg, Deutschland
2 Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation, Köln, Deutschland
3 Institut für Audiopädagogik (IfAP), Solingen, Deutschland

 

Zusammenfassung: Hintergrund und Fragestellung: Für die Erfassung einer Hörstörung und die realistische Ein-schätzung der Hörleistung in Alltagssituationen ist die Messung der Sprachwahrnehmung im Störgeräusch von großer praktischer Relevanz. Für die einfache, schnelle und kindgerechte Überprüfung des Hörvermögens bei Kindern im Alter zwischen vier und sechs Jahren stehen derzeit nur wenige Verfahren zur Verfügung. Ziel der Studie war es herauszufinden, ob das Testverfahren AAST (Adaptiver Auditiver Sprachtest) wesentliche Voraussetzungen für den Einsatz als Screeninginstrument bei Vorschulkindern erfüllt und ob die Durchführung in einem Kindergarten praktikabel und machbar ist.

 

Methode: In die vorliegende deskriptive Querschnittsstudie wurden N = 25 (MW: 5,05 Jahre) Vorschulkinder eingeschlossen, die in einem deutschsprachigen Kindergarten binaural diotisch (Darbietung über Kopfhörer) mit dem AAST-Verfahren getestet wurden. Der Schallpegel wird im Testverfahren adaptiv an die Hörleistung angepasst und ermittelt die Sprachverständlichkeits-schwelle in Ruhe und in unterschiedlichen Störgeräuschbedingungen. Die Testsequenz umfasste die Testung in Ruhe, im stationären Störgeräusch (SSN: Steady state noise) (ohne räumliche Trennung von Stör- und Nutzschall) und im fluktuierenden Signal mit 90 Grad räumlicher Trennung von Stör- und Nutzschall (IFFM90: International Female Fluctuating Masker).

 

Ergebnisse: Die durchschnittliche Gesamttestdauer betrug 12 Minuten pro Kind. Die Dauer der Testung sank mit zunehmendem Alter. Die Analyse der Daten entsprach den AAST-Normalwerten in Ruhe und im Störschall. Die Sprachverständlichkeitsschwelle der untersuchten Kinder lag in der IFFM90 Störschallbedingung durchschnittlich 13,2 dB unter der SSN-Bedingung.

 

Diskussion: Das AAST-Verfahren scheint wesentliche Voraussetzungen für die Durchführung als Screeningverfahren für Hörverluste bei Vorschulkindern zu erfüllen. Das Verfahren erweist sich als praktikabel in der Anwendung, zeichnet sich durch eine kurze Durchführungsdauer aus und liefert schnell stabile Ergebnisse. Alle Kinder der Stichprobe konnten das Verfahren absolvie-ren. Aufgrund seiner Infrastruktur erscheint der Kindergarten geeignet zur Durchführung eines Vorschulhörscreenings.

 

Stichwörter: Sprachverstehen, Störgeräusch, Screening, AVWS

 

Abstract: Background and question: For the detection of a hearing impairment and realistic assessment of the hea-ring performance in everyday situations, the measurement of speech perception in noise is of great practical relevance. Only a few suitable instruments are currently available for the simple, quick and child-friendly assessment of hearing performance in children aged between four and six years. The aim of the study was to investigate whether the AAST (Adaptive Auditory SpeechTest) test procedure fulfills the essential prerequisites for use as a screening tool in preschool children and whether the implementation in a kindergarten is practicable and feasible.

 

Methods: This descriptive cross-sectional study included N = 25 (MW: 5.05 years) preschool children who were tested in a Ger-man-speaking kindergarten binaurally diotically (using headphones) with the AAST. The AAST adjusts itself automatically to the hearing performance and determines the speech perception threshold in quiet and in different background noise conditions. The test sequence included the testing in quiet, with steady state noise (SSN) without spatial separation, and spatial International Female Fluctuating Masker signal (IFFM) 90 degrees from the left.

 

Results: The average total test duration was 12 minutes per child. The duration of the test decreased with increasing age. The analysis of the data confirmed the AAST normal values in quiet and in noise. The speech intelligibility threshold (SRT) for children was on average 13.2 dB lower in IFFM90 than in SSN.Discussion: The AAST seems to fulfill essential requirements for the implementation as a screening method for hearing loss in preschool children. The method proves to be practicable in use, characterized by a short assessment time and quickly delivers stable results. All children of the sample were able to complete the procedure. Due to its infrastructure the kindergarten is a suitable venue for implementing pre-school hearing screening.

 

Keywords: speech understanding, background noise, screening, CAPD


 
Z Audiol 2018; 57 (2) 50-60 – Bogner/Hintermair/Keilmann

Bedeutung von Hörqualität für die kommunikative Partizipation im Unterricht und den Schulerfolg bei hörgeschädigten Grundschülern an allgemeinen Schulen


Impact of listening quality on classroom participation and academic success by deaf and hard-of-hearing children at inclusive primary schools

 

Barbara Bogner1, Manfred Hintermair1 und Annerose Keilmann²
1 Pädagogische Hochschule Heidelberg, Deutschland;
2 Stimmheilzentrum Bad Rappenau, Deutschland

 

Zusammenfassung: Gutes Hören ist eine Schlüsselqualifikation für schulischen Erfolg und wesentlich für das Partizipationserleben im Unterricht. Wie hörgeschädigte Schüler Hören und Verstehen in realen Situationen im Alltag Schule erleben, wird mit den bisher zur Verfügung stehenden Untersuchungsinstrumenten nur unzureichend erfasst. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde der Fragebogen E-HAK (Einschätzung der Hörsituation im Alltag von Kindern) aus den englischsprachigen „LIFE-Inventories for Education“ weiterentwickelt und bei 30 einzelinklusiv beschulten hörgeschädigten Dritt- bzw. Viertklässlern an allgemeinen Schulen erprobt. Im E-HAK sollen die Schüler ihr Hörverstehen in 12 verschiedenen unterrichtsrelevanten Situationen subjektiv einschätzen. Die Daten der vorliegenden Pilotstudie zeigen, dass sich der E-HAK als probates und zuverlässiges Instrument erweist, um praxisrelevante Informationen zum subjektiven Hörverstehen zu erhalten. So werden bessere Ergebnisse im Hörverstehen bei der Nutzung einer Übertragungsanlage erzielt und es zeigen sich signifikante Zusammenhänge zwischen subjektiv beurteilter Hörqualität, kommunikativer Partizipation im Unterricht und schulischen Leistungen. Für weiterführende Studien sollte der E-HAK an größeren und repräsentativeren Stichproben überprüft werden. Ebenso sollten hörende Mitschüler in die Beurteilung der Hörqualität im Unterricht eingebunden werden.

 

Stichwörter: Hörgeschädigte Schüler, Hörqualität, schulische Partizipation, Schulerfolg, Fragebögen, Inklusion

 

Abstract: Good listening is a key qualification for academic success at school and essential for classroom participation. Instruments available to date do not allow to assess sufficiently the self-evaluation of deaf and hard of hearing (DHH) students with regard to the ability to hear and understand in real-life situations at school. In the study presented here the questionnaire E-HAK (students’ evaluation of listening experiences in everyday life) was adapted from the English “LIFE-Inventories for Education” and 30 DHH third- and fourth-graders from general education classes in public schools were tested with this new instrument. Using the E-HAK, the students have to evaluate their listening comprehension in 12 different situations which are important for successful learning in the classroom. The data from this pilot study reveal that the E-HAK proves to be an appropriate and reliable tool to obtain information which has practical relevance assessing subjective listening comprehension. Amongst others, there are better results in listening comprehension when using assistive wireless technology, and there are also significant correlations between the degree of subjective listening quality assessed by the E-HAK, communicative participation at school and academic success. For further studies, the E-HAK should be tested on larger and more representative samples. Likewise, also hearing students should be involved regarding the assessment of listening quality in the classroom.

 

Keywords: Deaf and hard of hearing students, listening quality, classroom participation, academic achievement, questionnaires, inclusion


 
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