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Diese älteste mitteleuropäische Zeitschrift dieser Thematik informiert über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse durch Originalarbeiten und Tutorials, Nachrichten, Reportagen, Interviews, Kommentare, Rezensionen, Personalia und Veranstaltungshinweise, kurzum: In der »Zeitschrift für Audiologie« steht alles Wissenswerte aus diesem und den benachbarten Fachbereichen wie der Pädaudiologie, Logopädie, HNO-Heilkunde, Hörgeräte-Akustik, Audiometrie, Hörgeschädigtenpädagogik etc. Darüber hinaus verbreitet die Zeitschrift die Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Audiologie.

 

Dem internationalen Charakter entsprechend, erscheinen die Originalarbeiten und Tutorials in der »Zeitschrift für Audiologie« optional in englischer Sprache (mit deutscher Kurzfassung) oder deutschsprachig (mit Summaries in Englisch). Die Tabellen- und Bildlegenden sind stets zweisprachig.

 

Für die Qualität des redaktionellen Inhalts bürgt ein Expertenteam der verschiedenen Fakultäten aus dem In- und Ausland.

 

Die Online-Plattform ist das Zentralarchiv aller wissenschaftlichen Beiträge der Fachzeitschrift und steht allen DGA-Mitgliedern und Abonnenten kostenlos im geschlossenen Bereich zur Verfügung. 

 
Audiological Acoustics | Aus der aktuellen Zeitschrift für Audiologie
Z Audiol 2014; 53 (3) 94-97 - Buschermöhle / Berg / Wittkop / Zokoll / Kollmeier

Speech audiometry with matrix tests

 

Sprachaudiometrie mit Matrixtests

 

Michael Buschermöhle 1/2, Daniel Berg 1/2, Thomas Wittkop 1/2, Melanie  A.  Zokoll 2/3, Birger  Kollmeier 1/2/3
1 HörTech gGmbH, Oldenburg
2 Exzellenzcluster Hearing4all, Oldenburg
3 Medizinische Physik, Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg
 
Abstract | Since many years speech audiometry in noise has been proposed by experts to become an essential part of audiological diagnostics particularly in hearing aid fitting. However, the method has not yet penetrated the market to a significant extent. Among other reasons the lack of availability has been a major obstacle for the dissemination of speech tests in noise for many years. So called matrix tests, going back historically to the Hagerman test, are one option to implement speech testing in noise. Matrix tests are based on sentence material consisting of five-word sentences generated by randomization of ten test words for each of the five parts of the sentence. This article reviews the current status of the development of international matrix tests.
 
Keywords: speech audiometry, matrix test, noise
 
Zusammenfassung |  Sprachaudiometrie im Störschall wird von Experten seit vielen Jahren als integraler Bestandteil der audiologischen Diagnostik, insbesondere im Rahmen der Hörgeräteversorgung, gefordert. Trotzdem hat sich das Verfahren noch nicht auf breiter Front durchsetzen können. Neben anderen Aspekten war die mangelnde Verfügbarkeit als Medizinprodukt über viele Jahre ein Hinderungsgrund für die weitere Verbreitung von Sprachtests im Störschall. Eine Möglichkeit, Sprachtests im Störschall zu realisieren, bieten sogenannte Matrixtests, die historisch auf den Hagermann-Test zurückgehen. Sie basieren auf einem Satztestkorpus, bestehend aus Fünf-Wort-Sätzen, die sich aus der Verwürfelung von je zehn Alternativwörtern für die fünf Satzteile ergeben. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklung internationaler Matrixtests.

Schlüsselwörter: Sprachaudiometrie, Matrixtest, Störschall
 
 
Z Audiol 2014; 53 (3) 98-109 - Goebel / Günther

Assessment of decreased sound tolerance (hyperacusis) with suprathreshold audiometry: Evaluation of a new method based on categorial loudness scaling (Würzburger Hörfeld ) to classify the severity of hyperacusis

 

Nachweis der Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) mit überschwelliger Audiometrie: Evaluation eines neuen Verfahrens auf Basis der kategorialen Hörfeldaudiometrie (Würzburger Hörfeld) zur Klassifizierung des Hyperakusis- Schweregrades

 

Gerhard Goebel 1, Susanne Günther 2
1 Schön Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee, Deutschland
2 SRH Hochschule Heidelberg, Deutschland

Abstract | Decreased sound tolerance (DST) is a disorder which affects about 5–10% of the population increasing with age. Approximately one-third of the persons show comorbidity with chronic tinnitus. It is still insufficiently researched in its symptomatology, categorization, diagnosis and treatment, which is particularly due to the lack of a generally-accepted assessment instrument. The objective assessment of DST is difficult because the classic instruments of suprathreshold audiometry and the uncomfortable loudness levels (UCL) do not correlate well with DST. Subject: The subject of this study is the evaluation of an instruction-independent psychoacoustic instrument for a systematic assessment of DST. There is some evidence that in addition to self-reporting methods (hyperacusis questionnaires) and structured interviews (STI), measurements based on categorial loudness scaling (eg Würzburger Hörfeld, WHF) may have higher diagnostic sensitivity than the measurement of loudness discomfort levels (Krause 2007, Flötzinger 2007, Schöffel 2012, Berthold 2013, Goebel et al. 2013 and 2014). Initial studies indicate the possibility to achieve a reliable classification of DST with the WHF based on the slope of the individual loudness functions. Method: The data set consists of a sample described by Berthold & Goebel (2013) and another 50 patients who were treated at the Schön Klinik Roseneck, a medical-psychosomatic hospital at Prien/Chiemsee (n=246). All participants were subjected to a structured, standardized clinical and psychoacoustic diagnostic assessment including the WHF and the Mini-Hyperacusis-Questionnaire (HQ9). Included were only those patients with hearing losses up to 50 dB (250 to 8000 kHz) to exclude recruitment patients. The total sample consisted of 113 (45,9%) women, 133 (54,1%) men. The average age was 50.3 ≥ 9.6, (range 18–77years). Results: The Delta_dB values defined as differences between the intersections of the individual loudness functions with the lower and upper borderlines of the normal range (95% confidence interval) show a higher internal consistency (α=.848) than the points of intersection itself (α=0,423 or α=0,750). There is a medium negative correlation with a correlation coefficient of -.366 (p <.01) between the four frequency (500, 1000, 2000 and 4000 Hz) average of the Delta_dB values (called Delta_dB4) and the total score of the Mini-HQ9. The value of Delta_dB4 in patients with hyperacusis (HC) is at 32.3 in contrast to 53.5 in patients without HC and differs significantly (p <.01). Interpretation: The WHF seems to be a valid and largely instructional-independent psychoacoustic instrument for the diagnosis of DST and better then UBS.

 
Keywords: decreased sound tolerance, hyperacusis, suprathreshold audiometry, recruitment, categorial loudness scaling, Würzburger Hörfeld, uncomfortable loudness level, Mini-Hyperakusis Questionnaire (Mini-HQ9), Tinnitus, Hyperacusis Inventory HKI
 
Zusammenfassung | Geräuschüberempfindlichkeit (GÜ) ist ein Beschwerdebild, welches knapp 5–10% der Bevölkerung betrifft, bei ca. einem Drittel der Personen mit chronischem Tinnitus als komorbide Symptomatik vorkommt und mit dem Alter zunimmt. Es ist in seiner Symptomatologie, Kategorisierung, Diagnostik und Therapie noch unzureichend erforscht, was im Bereich der Diagnostik besonders durch den Mangel eines allgemein anerkannten Erhebungsinstrumentes deutlich wird. Die objektive Erfassung der GÜ fällt schwer, da die klassischen Instrumente der überschwelligen Audiometrie wie die Unbehaglichkeitsschwelle (UBS) geringe Beziehungen zur GÜ aufweisen. Fragestellung: Ziel der Untersuchung ist die Evaluation eines instruktionsunabhängigen psychoakustischen Instrumentes zur Erfassung der GÜ. Es gibt einige Hinweise, dass neben Selbstauskunftsverfahren (z.B. Geräuschüberempfindlichkeitsfragebögen; Mini-Hyperakusis-Fragebogen Mini-HQ9) und strukturierten Interviews (z.B. Strukturiertes Tinnitus-Interview STI) Messungen der Lautstärke mittels der Hörfeldaudiometrie (z.B. Würzburger Hörfeld WHF) eine für Forschung und Klinik bessere Testgüte aufweisen als die Verfahren mittels Unbehaglichkeitsschwellen (UBS; Krause 2007, Flötzinger 2007, Schöffel 2012, Berthold 2013, Goebel et al. 2013 und 2014). Erste Studien verweisen auf die Möglichkeit, mit dem WHF eine zuverlässige Klassifizierung der GÜ aus der Steilheit der Pegel-Lautheitsfunktion ableiten zu können, operationalisiert als Differenz der Schnittpunkte der Individualkurve (IK) mit der unteren Begrenzung (Eintrittsschnittpunkt) des Normbereiches (95%-Konfidenzintervall) und der oberen Begrenzung des Normbereiches (Austrittsschnittpunkt) als Differenzwert in dB („Delta_dB-Wert“). Methode: Der Datensatz setzt sich aus einer Stichprobe von 246 Patienten zusammen, die in der Schön Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee im Rahmen einer stationären Psychotherapie u.a. schwerpunktmäßig wegen einem dekompensierten Tinnitus behandelt wurden (113 (45,9%) Frauen, 133 (54,1%) Männer; durchschnittliches Alter 50,3± 9,6 Jahre, Range 18–77 Jahre). Alle Versuchsteilnehmer wurden strukturiert einer standardisierten klinischen und psychoakustischen Diagnostik inklusive einer Hörfeldaudiometrie mittels des WHF unterzogen. Um ein Rekruitment (RK) auszuschließen wurden nur Personen mit Hörverlusten bis maximal 50 dB (250 bis 8000 kHz) eingeschlossen. Ergebnisse: Die Delta_dB-Werte erreichen mit α= 0,848 eine höhere interne Konsistenz als die jeweiligen Ein- und Austrittsschnittpunkte selbst (α= 0,423 bzw. α= 0,750). Für den Mittelwert der vier Delta_dB-Werte über die Frequenzen 500, 1000, 2000 und 4000 Hz (Delta_dB4) zeigt sich eine negative Korrelation von -0,366 (p< 0,01) mit dem Summenwert des Mini-HQ9. Der Wert von Delta_dB4 liegt bei Patienten mit Hyperakusis (HK) mit 32,3 dB deutlich niedriger (p < 0,01) als der Wert bei Patienten ohne HK (53,5 dB). Interpretation: Die Ergebnisse dieser Studie sprechen dafür, dass sich die kategoriale Hörfeldaudiometrie (hier WHF) als valides und weitgehend instruktionsunabhängiges, psychoakustisches Instrument zur Diagnostik und Graduierung der GÜ eignet und der GÜ-Erfassung mittels UBS überlegen ist.

Schlüsselwörter: Geräuschüberempfindlichkeit, Hyperakusis-Schweregrad, Phonophobie, Misophonie, Rekruitment, Kategoriale Hörfeldaudiometrie, Würzburger Hörfeld, Unbehaglichkeitsschwelle, Mini-Hyperakusis Questionnaire (Mini-HQ9), Tinnitus, Hyperakusis-Inventar HKI
 
 
Z Audiol 2014; 53 (2) 50-58 - Schlüter / Aderhold / Koifman / Krüger / Nüsse / Lemke / Holube

Evaluation of an adjustment method to determine the benefit of single microphone noise reduction algorithms

 

Evaluation eines Einregelungsverfahrens zur Bestimmung des Nutzens einkanaliger Algorithmen zur Störgeräuschreduktion

 

Anne Schlüter 1, Jacob Aderhold 1, Shiran Koifman 1, Melanie Krüger 1, Theresa Nüsse 1, Ulrike Lemke 2, Inga Holube 1
1 Institut für Hörtechnik und Audiologie, Jade Hochschule, Oldenburg, Deutschland
2 Phonak AG, Stäfa, Schweiz
 
Abstract | Noise reduction algorithms theoretically reduce noise mainly at positive signal-to-noise ratios (SNRs). This improvement is difficult to verify with sentence-in-noise tests because these are most sensitive at negative SNRs. Therefore, the applicability of another subjective adjustment method for the evaluation of noise reduction algorithms was examined. This adjustment method was proposed by Wittkop et al. (1997). For this method, the SNR of a test signal, mixed speech and noise, is adjusted to the same speech intelligibility as those of a reference signal. The reference signal is processed with a noise reduction algorithm. Therefore, the improvement of the SNR by the algorithm can be determined. The adjustment method was applied at three different SNRs – at the individual speech reception threshold (SRT), at a positive SNR of 5 dB and at the mean of both values. Additionally, the shadow-filtering method proposed by Kallinger et al. (2009) was used for comparison. For this method, the algorithms are applied at a SNR with maximum noise reduction and the speech and noise signals are filtered separately with the respective coefficients. This procedure allows for an adjustment at negative SNRs even if the noise reduction is applied at positive SNRs. Results for twelve normal hearing and twelve hearing impaired listeners (after exclusion of four listeners with problems during test execution) showed that the adjustment is easier to perform at SRT compared to a positive SNR of 5 dB. Significant improvements of the SNR due to the noise reduction algorithm were only observed for the shadow-filtering method. Unfortunately, this method requires a-priori knowledge about the parts of the signal and can therefore not be applied to real world hearing instruments.

Keywords: hearing aid evaluation, noise reduction, speech intelligibility, subjective assessment
 
Zusammenfassung |  Algorithmen zur Störgeräuschreduktion in Hörgeräten führen theoretisch vor allem bei positiven Signal-Rausch-Verhältnissen (SNRs) zu einer Reduktion des Störgeräusches. Diese Reduktion ist schwierig mit Satztestverfahren nachzuweisen, da diese Tests vor allem bei negativen SNRs sensitiv sind. Deshalb wurde die Anwendbarkeit eines anderen subjektiven Testverfahrens zur Evaluation der Wirkung von Störgeräuschreduktionsalgorithmen untersucht. Bei dem von Wittkop et al. (1997) vorgeschlagenen Verfahren wird der SNR eines Testsignals, bestehend aus Sprache und Hintergrundgeräusch, so eingeregelt, dass die Sprachverständlichkeit derjenigen eines Referenzsignals entspricht. Das Referenzsignal wird dabei mit einem Störgeräuschreduktionsalgorithmus verarbeitet, sodass die Verbesserung des SNR durch den Algorithmus ermittelt werden kann. Das Einregelungsverfahren wurde für drei verschiedene SNRs durchgeführt – bei der individuellen Sprachverständlichkeitsschwelle (SRT), bei positivem SNR von 5 dB und beim Mittelwert aus diesen beiden Werten. Als Spezialfall wurde in dieser Studie außerdem das Shadow-Filtering-Verfahren (Kallinger et al. 2009) genutzt. Dafür arbeiten die Algorithmen bei einem SNR mit maximaler Störgeräuschreduktion und die dabei berechneten Koeffizienten werden auf die separat vorliegenden Signale (Sprache und Rauschen) angewendet. Dadurch ist es möglich, eine Einregelung bei einem negativen SNR durchzuführen, obwohl die Störgeräuschreduktion bei einem positiven SNR angewandt wurde. Die Ergebnisse von zwölf normalhörenden und zwölf schwerhörigen Probanden (nach Ausschluss von vier Probanden mit Problemen bei der Testdurchführung) zeigen, dass die Einregelung beim SRT besser gelingt als bei einem positiven SNR von 5 dB. Signifikante Verbesserungen des SNR durch die Störgeräuschreduktion konnten nur mit dem Shadow-Filtering-Verfahren nachgewiesen werden, das jedoch aufgrund des notwendigen a-priori-Wissens über die Signalanteile bei realen Hörgeräten nicht angewendet werden kann.

Schlüsselwörter: Hörgeräteevaluation, Störgeräuschreduktion, Sprachverständlichkeit, subjektive Bewertung
 
 
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