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Z Audiol 2017; 56 (3) 103-108 - Jacob/Stelzig/Buschermöhle/Berg/Meis Drucken

Questionnaires as screening tools to identify persons with hearing deficiencies


Fragebögen als Screening-Verfahren zur Identifikation von Personen mit Hörstörungen

 

Roland Jacob, Yvonne Stelzig, Michael Buschermöhle, Daniel Berg, Markus Meis

 

Abstract: The aim of the study was the development and the selection of an easy to use questionnaire for the screening of hearing deficiencies in the realm of an automated screening station and in epidemiological studies. Two questionnaire tools were compared using a postal survey: The Hearing-Dependent Daily Activities (HDDA) Scale with values between 0-24 points and the HearCom Questionnaire (HCQ), ranging from 0 to 1.0. From N = 873 questionnaires sent out, 443 data sets were used. For these participants, current and resilient audiogram data were available. The mean age was M = 66.5 years (52.6 % male) and 37.9 % of the participants were using hearing aids. The mean pure tone average (PTA) on the better ear was 26.5 dB HL (averaged for 0.5, 1.0, 2.0 und 4.0 kHz). This corresponds approximately to the WHO threshold of hearing impairment. The sum score of the HDDA showed higher correlation with the PTA in comparison to the HCQ. For the HDDA, a sensitivity of 90.6 % and a specificity of 80.1 % were determined. According to Receiver Operating Characteristic (ROC) curves for the worse ear (≥ 26 dB HL), a cut-off score of ≥ 19 was the most suitable one. For the HCQ, a cut-off value of 0.74 was determined with sensitivity and specificity of 74.6 % and 85.5 %, respectively. Due to the better sensitivity and ROC characteristics, a lower number of items and a lower rate of missing data, we suggest using the HDDA with a conservative cut-off criterion of ≥ 19 as an appropriate screening tool in Germany for the assessment of hearing deficiencies.

 

Keywords: Hearing impairment, adult hearing screening, questionnaire, HDDA, sensitivity, specificity

 

List of abbreviations:

BEA: Better ear average

HDDA: Hearing-Dependent Daily Activities Scale

HCQ: HearCom Questionnaire

HearCom: EU Project “Hearing in the communication society”

HL: hearing loss

PTA: Pure tone average

ROC: Receiver-Operating-Characteristic

SD: Standard deviation

WEA: Worse ear average

 

Zusammenfassung: Ziel der Studie war die Entwicklung und Auswahl eines ökonomisch zu handhabenden Fragebogens zur Ermittlung von Hörstörungen im Rahmen einer automatisierten Messstation und epidemiologischer Studien. Es wurden zwei Fragebogenverfahren als Screening-Instrumente im Rahmen einer postalischen Studie miteinander verglichen: Die Hearing-Dependent Daily Activities (HDDA) Skala mit Werten zwischen 0-24 Punkten und der HearCom-Fragebogen (HCQ) mit einer Skala von 0 bis 1.0. Von N = 873 versendeten Fragebögen konnten insgesamt N = 443 Datensätze verwendet werden, bei denen aktuelle tonaudiometrische Daten vorlagen. Das mittlere Alter betrug M = 66,5 Jahre (52,6 % männlich) und 37,9 % der Teilnehmer waren Hörgeräteträger. Im Mittel hatten die Probanden auf dem besseren Ohr einen Hörverlust von 26,5 dB HL gemittelt über die Frequenzen 0,5, 1,0, 2,0 und 4,0 kHz, was in etwa der tonaudiometrischen Schwelle der WHO Definition hörbeeinträchtigt vs. nicht hörbeeinträchtigt entspricht. Der HDDA zeigte durchweg höhere Korrelationen zum PTA als der HCQ-Fragebogen. Für den HDDA konnte eine Sensitivität von 90,6 % und eine Spezifität von 80,1 % bei einem Cut-off von ≥ 19 auf Basis von Receiver Operating Characteristic (ROC) Kurven ermittelt werden, wenn das jeweils schlechtere Ohr (≥ 26 dB HL) berücksichtigt wurde. Für den HCQ Fragebogen wurde ein Cut-off Wert von 0.74 für das schlechtere Ohr bestimmt, mit einer Sensitivität von 74,6 % und einer Spezifität von 85,5 %. Aufgrund der besseren Sensitivität und ROC Charakteristik, des geringeren Umfanges und der geringeren Rate fehlender Werte wird der HDDA bei einem konservativem Cut-off Wert von ≥ 19 als geeigneter deutschsprachiger Fragebogen zur Ermittlung von Hörstörungen als Screening-Instrument empfohlen.

 

Schlüsselwörter: Hörbeeinträchtigung, Hörscreening für Erwachsene, Fragebogen, HDDA, Sensitivität, Spezifität


 
Z Audiol 2017; 56 (3) 94-102 - Williger/Hannemann Drucken

Fernsehverhalten und Fernsehsituation älterer Hörgerätenutzer


Watching TV with hearing aids in old age

 

Bettina Williger und Ronny Hannemann


 Zusammenfassung: Hintergrund und Fragestellung: Fernsehen nimmt einen großen Teil des Alltages älterer

Erwachsener ein, welche eine erhöhte Prävalenz für Hörbeeinträchtigungen wie auch für die Versorgung mit Hörgeräten haben. Gleichzeitig wurde das Fernsehen mit Hörgeräten in vorangegangenen Studien als Hörsituation mit Hörschwierigkeiten identifiziert. Dennoch ist bislang wenig über das Fernsehverhalten und die Fernsehsituation älterer Hörgerätenutzer bekannt. Um den Schwierigkeiten älterer Hörgerätenutzer beim Fernsehen  entgegenwirken zu können, ist es nötig, die Bedingungen, unter denen sie Fernsehen, zu untersuchen.


Methodisches Vorgehen:
Im Rahmen einer schriftlichen Erhebung wurden 83 ältere Hörgerätenutzer (60 bis 88 Jahre, M = 72.6, SD = 6.7) hinsichtlich ihres Fernsehverhaltens und ihrer Fernsehsituation befragt. Der Fragebogen beinhaltete Fragen zur Fernsehnutzung und den bevorzugten Fernsehsendungen sowie zur Fernsehsituation. Darüber hinaus wurden die Teilnehmer zu ihren Hörschwierigkeiten beim Fernsehen und den damit verbundenen Anpassungsstrategien und weiteren Hilfsmitteln befragt.


Ergebnisse: Die Teilnehmer schauen täglich (74 %) oder mehrmals pro Woche Fernsehen (24 %) bei einer mittleren täglichen Fernsehdauer von 3.82 Stunden (SD = 1.75). Der Großteil der Teilnehmer trägt die Hörgeräte immer (72 %) oder oft (18 %) beim Fernsehen. Die bevorzugten Sendungsarten sind Nachrichten und Dokumentation, für welche die Teilnehmer gleichzeitig die geringsten Hörschwierigkeiten berichten. Die Mehrheit der Teilnehmer verfügt über einen Flachbildfernseher (93 %) mit integrierten Lautsprechern (93 %). Der bevorzugte Fernsehraum ist das Wohnzimmer (88 %). Etwa die Hälfte der Teilnehmer (51 %) sieht für gewöhnlich mit einer normalhörenden Person fern, während 39 % allein Fernsehen. Die Teilnehmer berichten, dass es ihnen häufig wichtig ist beim Fernsehen gut zu hören, geben aber gleichzeitig an häufig Hörschwierigkeiten beim Fernsehen mit Hörgeräten zu haben. Um Hörschwierigkeiten beim Fernsehen zu begegnen, werden unterschiedliche Anpassungsstrategien angewendet: Lautstärke-Einstellung des Fernsehers (78 %), akustische Einstellung des Fernsehers (48 %), Lautstärke-Einstellung der Hörgeräte (49 %), Hörprogramm für Fernsehen (23 %). Der Großteil der Teilnehmer nutzt keine weiteren Hilfsmittel beim Fernsehen (49 %), 34 % nutzen einen TV-Kopfhörer und 14 % einen Streamer. Im Zuge einer explorativen Analyse konnte darüber hinaus gezeigt werden, dass insbesondere der subjektive Hörverlust und hörgeräteseitige Variablen (Erfahrung mit Hörgeräten, Zufriedenheit mit Hörgeräten, Preissegment) sowie die Nutzung einzelner Anpassungsstrategien in Zusammenhang mit den Schwierigkeiten beim Fernsehen stehen.


Diskussion: Die Ergebnisse bestätigen, dass Fernsehen auch einen wesentlichen Teil des Alltages älterer Hörgerätenutzer einnimmt. Darüber hinaus machen die Ergebnisse deutlich, dass das Fernsehen mit Hörgeräten als kritische Hörsituation mit häufigen Hörschwierigkeiten für ältere Hörgerätenutzer einzustufen ist. Während die Befunde ein eher einheitliches Bild von der Fernsehnutzung und den bevorzugten Sendungsarten zeichnen, unterscheiden sich die Teilnehmer im Hinblick auf die Fernsehsituation und die Nutzung von Anpassungsstrategien und weiteren Hilfsmitteln beim Fernsehen. Die explorative Analyse gibt bereits erste Hinweise auf Interventionen zur Verbesserung des Fernsehens für ältere Hörgerätenutzer. Daneben konnten Talkshows, ältere und ausländische Spielfilme als kritische Sendungstypen für die Hör¬geräte¬anpassung für das Fernsehen identifiziert werden. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse können in Zukunft Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen dem Fernsehverhalten und der Fernsehsituation untersucht und Rückschlüsse auf weitere Interventionen abgeleitet werden.

 

Schlüsselwörter: Hörgerätenutzung, Alter, Fernsehen

 

 

Abstract: Background and research question: Watching TV plays a major role in the everyday life of older adults, who have a high prevalence for hearing loss as well as for hearing aid provision. Previous studies have shown that watching TV with hearing aids is often related to hearing difficulties. However, not much is known about the circumstances under which older hearing aid users are watching TV. In order to prevent hearing difficulties while watching TV, it is necessary to gather more information on the watching behavior and the environment in which older hearing aid users are watching TV.


Methods:
83 hearing aid users aged 60 to 88 years (M = 72.6, SD = 6.7) participated in the study. The study was conducted via questionnaire. The questionnaire comprises items on TV usage, the preferred TV program, as well as the characteristics of the environment in which the participants are watching TV. Additionally, the participants answered questions on their hearing difficulties while watching TV and their use of adaptive strategies and assistive devices.


Results:
The participants indicated to watch TV daily (74 %) or several times a week (24 %) with a mean duration of 3.82 hours (SD = 1.75). Most of the participants do always (72 %) or often (18 %) wear their hearing aids during watching TV. The participants most often watch news and documentaries, for which they report the least hearing difficulties at the same time. Most of the participants (93 %) have a flat screen TV and loudspeakers integrated into the TV (93 %). 88 % of the participants watch TV mainly in the living room. Half of the participants watch TV with a normal hearing person (51 %) and 39 % indicate to watch TV alone. The participants report that hearing well during watching TV is often important to them. However, they often have hearing difficulties while watching TV with hearing aids. In order to overcome hearing difficulties while watching TV, the participants apply adaptive strategies, such as adjusting the TV volume (78 %), changing the acoustic settings of the TV (48 %), adjusting the volume of the hearing aid (49 %), or changing the hearing aid to the TV program (23 %). Most of the participants do not use any further assistive devices while watching TV (49 %), 34 % indicate to use headphones and 14 % use a streamer. An explorative data analysis revealed that difficulties watching TV with hearing aids highly relate to subjective hearing loss, hearing aid-related variables (such as experience with hearing aids, satisfaction with hearing aids, price), as well as the use of particular adaptive strategies.


Discussion: The results underline that watching TV plays a major role in the everyday life of older hearing aid users. Additionally, watching TV with hearing aids was found to be often linked to hearing difficulties and is therefore a critical listening situation for older hearing aid users. The participants do not differ a lot with respect to their TV watching behavior and their preferred TV program. However, the study reveals inter-individual differences with respect to the characteristics of the environment in which the participants are watching TV, as well as the use of adaptive strategies and further assistive devices. The explorative data analysis indicates potential interventions in order to improve watching TV for older hearing aid users. Besides, talk shows, older and foreign films were identified as critical TV formats that should be accounted for in adjusting hearing aids for watching TV. Further research is needed in order to reveal cause-effect relationships between the circumstances under which older hearing aid users are watching TV, and in order to allow conclusions to be drawn about further interventions.

 

Keywords: Hearing aid use, aging, television

 
Z Audiol 2016; 55 (1) 14-19 – Weißgerber/Neumayer/Baumann Drucken

Sprachverständlichkeitsschwellen mit Cochlea Implantat und mit CI-Simulation in Abhängigkeit vom Pegelverhältnis zwischen Direktschall und Diffusschall


Speech reception thresholds with cochlear implant and CI-simulation in relation to direct-to-reverberant ratio

 
Tobias Weißgerber, Hannah-Lina Neumayer, Uwe Baumann
 
 Zusammenfassung: Cochlea-Implantat(CI)-Träger sind im Alltag von einer Einschränkung des Sprachverstehen besonders betroffen, wenn eine ungünstige Raumakustik besteht. Ein bisher wenig untersuchtes Maß ist das direct-to-reverberantratio (DRR), welches das Verhältnis zwischen Direktschall und Nachhall eines Raumes beschreibt. Ziel der vorliegenden Studie ist deshalb die Untersuchung des Einfluss des DRR auf das Sprachverstehen in verschiedenen Raumumgebungen. Das Sprachverstehen bei sechs CI-Trägern und acht Normalhörenden (Kontrollgruppe, 6-Kanal Sinus-Vocoder CI-Simulation) wurde im Oldenburger Satztests (OLSA) in Abhängigkeit vom DRR geprüft. Die Testschalle wurden mit Raumimpulsantworten eines Klassenzimmers (Nachhallzeit: 0,75 s) und einer Kirche (Nachhallzeit: 4,1 s) generiert. Der Direktschall wurde von 0° frontal präsentiert; der Diffusschall wurde über 20 über 360° verteilte mittels Wellenfeldsynthese (WFS) erzeugte ebene Wellen dargeboten. Die verhallten Testsätze wurden für verschiedene DRRs an der Hörposition (Raummitte) mit einem Hörgerätemikrofon an der Ohrmuschel eines Kunstkopfes aufgenommen. In einer zweiten Testbedingung erschwerte die Addition eines Störgeräusches (Signal-Rausch-Abstand 10 dB SNR) zusätzlich das Verstehen. Zur Testdurchführung wurden bei der Gruppe der CI-Träger die zuvor aufgezeichneten Schalle über den externen Eingang des Sprachprozessors (MED-EL OPUS 2) und bei der normalhörenden Gruppe mit einem Audiometriekopfhörer (Sennheiser HDA-200) dargeboten. Die Bestimmung der Sprachverständlichkeitsschwelle (SVS) abhängig vom DRR erfolgte im geschlossenen Modus des OLSA. Die Ergebnisse der CI-Träger und der Kontrollgruppe wiesen in der reinen Nachhallbedingung keinen signifikanten Unterschied auf (SVS CI-Träger ‑13,3 dB DRR, Kontrollgruppe ‑12,3 dB DRR, Bedingung Nachhall Kirche). In der Bedingung mit zusätzlichem Störlärm verringerte sich die mittlere SVS allerdings nur in der Gruppe der CI-Träger signifikant um 4 dB auf ‑9,3 dB DRR.

Schlüsselwörter: Cochlea-Implantat, Sprachverstehen im Störgeräusch, Nachhall, DRR, Raumakustik

Abstract: In users of cochlear implants (CI), speech recognition decreases in reverberant environments compared to free-field conditions. In this context, the direct-to-reverberant ratio (DRR) which describes the logarithmic ratio between direct and reverberant sound, was not extensively investigated so far. In the present study, the influence of the DRR on speech recognition in CI users was evaluated. Speech reception thresholds (SRT) depending on DRR were measured with the Oldenburg sentence matrix test (closed set condition) in 6 CI users and 8 normal hearing subjects listening to stimuli generated via 6-channel CIvocoder. Test stimuli were generated by means of impulse responses of a classroom (RT = 0.75 s) and a church (RT = 4.1 s). The direct sound was presented via loudspeaker in frontal position (0°) whereas the reverberated signal was generated by 20 equally distributed surrounding plane waves created by wave field synthesis (128 loudspeakers) to approximate a diffuse sound field. The sentences of the Oldenburg Sentence Test (OLSA) were recorded with a hearing aid, which was held by an artificial concha of a dummy head placed in the middle of the anechoic test chamber. In a second condition, noise was added to the reverberated signals (signal to noise ratio 10 dB). 8 normal-hearing (NH) study participants performed the speech recognition task monaurally with a CI simulation (6-channel sine-vocoder) via headphones. Furthermore, 6 users of cochlear implants were tested monaurally via direct input of the CI. Average SRTs in quiet of both groups were similar without significant difference (SRT CI-users -13.3 dB DRR, controls -12.3 dB DRR, church reverberation condition). However, a significant detrimental effect of additional noise (4 dB)
was only present in the CI group (SRT -9.3 dB DRR).

Keywords: Cochlear implant, speech recognition in noise, reverberation, DRR, room acoustics
 
Z Audiol 2016; 55 (1) 6-13 – Buschermöhle/Wagener/Kollmeier Drucken

Sprachaudiometrische Messungen mit dem verkürzten Oldenburger Satztest OLKISA bei Erwachsenen

 

Speech audiometric measurements with the simplified Oldenburg Sentence Test OLKISA with adults

 
Michael Buschermöhle, Kirsten Carola Wagener, Birger Kollmeier

Zusammenfassung: Der Oldenburger Kinder-Satztest (OLKISA) wird seit Jahren in der Sprachaudiometrie mit Kindern eingesetzt. Grundsätzlich ist das Verfahren auch mit Erwachsenen durchführbar. Die dafür notwendige Evaluation und entsprechende Vergleichswerte werden hier vorgestellt. Die Ergebnisse der Messungen mit 40 normalhörenden erwachsenen Probanden zeigen, dass der OLKISA sowohl in Ruhe als auch im Störgeräusch mit Erwachsenen verwendet werden kann. Bei adaptiv durchgeführten Messungen der Sprachverständlichkeitsschwelle für 50 % Verständlichkeit ergaben sich mit der untersuchten Probandengruppe nach Ausschluss des Trainingseffekts Bereiche von 18,8 ± 2,2 dB SPL in Ruhe und -7,2 ± 1,2 dB SNR im Störgeräusch (Oldenburger Rauschen). Die Steigung der psychometrischen Funktion des OLKISA für die untersuchte Probandengruppe lag bei 12,8 ± 0,8 %/dB in Ruhe und 13,7 ± 1,3 %/dB im Störgeräusch.

Schlüsselwörter: Sprachaudiometrie im Störgeräusch, OLSA, OLKISA, Matrixtest, Simplified Matrix Test (SIMAT), Pädaudiologie

Abstract: The Oldenburg Sentence Test for Children (OLKISA) has been used for speech audiometry with children for several years. In principle, the test procedure is also applicable for adults. The necessary evaluation and corresponding values for comparison are described here. The results of measurements with 40 normal hearing adults show that the OLKISA can be conducted with adults in quiet as well as in noise. For the group of test subjects under examination and after eliminating the training effect, a range of speech reception thresholds for 50 % intelligibility of 18.8 ± 2.2 dB SPL was found in quiet and a range of -7.2 ± 1.2 dB SNR was found in noise (Oldenburg noise) for adaptive measurements. The slope of the psychometric function of the OLKISA for the examined population of test subjects was 12.8 ± 0.8 %/dB in quiet and 13.7 ± 1.3 %/dB in noise.

Keywords: Speech audiometry in noise, OLSA, OLKISA, matrix test, simplified matrix test (SIMAT), pediatric audiology
 
Z Audiol 2016; 55 (2) 50-56 – Dziemba / Mir-Salim / Müller Drucken

Vergleichswerte elektrophysiologischer Messungen zur intraoperativen Lagekontrolle bei verschiedenen CI-Elektrodenträgern

 

References for electrophysiological measurements for intraoperative verification of placement for several types CI electrodes

 

Oliver Christian Dziemba, Parwis Mir-Salim, Alexander Müller

 

References for electrophysiological measurements for intraoperative verification of placement for several types of CI electrodes

 

Zusammenfassung:Die Grundlage für eine qualitätsgesicherte Versorgung mit Cochlea-Implantaten (CI) bilden eine Reihe prä-, intra- und postoperativer audiologischer Messmethoden. Die postoperative Kontrolle der CI-Elektrodenlage ist dabei ein wichtiger Bestandteil der operativen Phase der CI-Versorgung. Diese erfolgt konventionell radiologisch, welche jedoch mit einer zusätzlichen Strahlenbelastung für den Patienten verbunden ist. Ein alternatives rein funktionsdiagnostisches Verfahren ohne Strahlenbelastung stellt die Spread of Excitation-Messung (SOE) dar. In früheren Arbeiten konnten die Autoren zeigen, dass durch dieses Verfahren ein intraoperativ aufgetretenes „Tip-Foldover“ nachgewiesen werden kann. Prinzipiell eignet sie sich somit als schnelle, belastungsfreie und auch kostengünstige Prozedur zur Objektivierung und Differenzierung einer Elektrodenfehllage. Für die Etablierung eines solchen Verfahrens sind ein einheitliches Vorgehen bei der SOE-Messung, sowie elektrodenspezifische Vergleichswerte (Normdaten) notwendig. In dieser Arbeit werden von den Autoren ein geeignetes Test-Setting, SOE-Messungen von insgesamt 37 Patienten mit verschiedenen Elektrodenträgern sowie ein Normierungsverfahren vorgestellt und diskutiert.

 

Schlüsselwörter: Cochlea-Implantate, intraoperative Messungen, Spread of Excitation, Lagekontrolle, Screening


Abstract: Quality assured implantation and fitting of cochlear implants (CI) is based on several pre-, intra- and postoperative audiological measurement methods. Verification of CI electrode position is an important part of the intraoperative measurements during the implantation. Postoperative electrode localization checks are usually based on CT scan and conventional X-Ray and lead to an additional radiation exposure for the patient. Spread of Excitation measurement (SOE) is an alternative intraoperative electrophysiological method avoiding especially postoperative imaging techniques. Several studies have shown that this objective method can detect a “Tip-Foldover” and is therefore suitable as a fast and cost efficient procedure to detect electrode displacements during the procedure. For evaluation this method needs standardized measurement protocols and electrode specific normal values. In our study this was performed, analyzed and discussed in 37 patients using different electrodes.

 

Keywords: Cochlear implants, intraoperative measurements, Spread of Excitation, position verification, screening

 

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Z Audiol 2016; 55 (3) 106-113 - Winkler/Holube Drucken

Der Freiburger Einsilbertest und die Norm DIN EN ISO 8253-3: Technische Analyse

 

Freiburg monosyllabic speech test and EN ISO 8253-3: Technical analysis

 

Alexandra Winkler und Inga Holube

 

Zusammenfassung: In der DIN EN ISO 8253-3 (2012) sind Mindestanforderungen an die Aufnahme, Validierung und Anwendung von Testmaterialien zur Verwendung in der Sprachaudiometrie beschrieben. Die Entwicklung des Freiburger Einsilbertestes (Hahlbrock 1953) liegt mehr als 60 Jahre und die Neuaufsprache (Brinkmann 1974) mehr als 45 Jahre zurück. Zur damaligen Zeit erfolgte der Vertrieb über Tonbänder, Schallplatten oder Kassetten. In der heutigen Zeit wird das Sprachmaterial computergestützt oder mittels CD dargeboten. Das Audiomaterial wurde bislang noch nicht nach den in der DIN EN ISO 8253-3 (2012) festgelegten technischen Qualitätsanforderungen untersucht. CDs wurden von den Firmen Siemens und Westra erstellt. Beide Digitalisierungen enthalten das Sprachmaterial der Aufnahme von 1969 gemäß DIN 45621-1 (1995a). In dieser Untersuchung werden die Digitalisierungen nach den normativen Vorgaben von DIN 45626-1 (1995b) und DIN EN ISO 8253-3 (2012) analysiert und verglichen. Dazu wurden die Zeitsignale und Frequenzspektren beider CDs, die Zeitintervalle zwischen den Einsilbern und die Pegelverteilungen der Wörter sowie des Kalibriersignals analysiert. Insgesamt konnten sowohl Anforderungen identifiziert werden, die von den Aufnahmen erfüllt werden als auch solche, die nicht erfüllt werden.

 

Schlüsselwörter: Sprachaudiometrie, DIN EN ISO 8253-3, Hörgeräte, Freiburger Einsilbertest

 

Abstract: EN ISO 8253-3 (2012) describes minimum requirements for recording, validation and application of speech material used in audiology. The German Freiburg monosyllabic speech test was developed more than 60 years ago (Hahlbrock 1953) and the currently used recording was created more than 45 years ago (Brinkmann 1974). In the early years, the speech material was distributed by vinyl records or tapes. Nowadays, the speech material is presented from computer hard disc drives or via CDs. An analysis of the audio material based on the technical requirements of EN ISO 8253-3 (2012) was not yet conducted. CDs are provided by the companies Siemens and Westra. Both digitizations are based on the speech material of the recording from 1969 according to the German standard DIN 45621-1 (1995a). This study includes the analysis and comparison of the technical requirements according to DIN 45626-1 (1995b) and EN ISO 8253-3 (2012) for both digitizations. For this purpose, temporal and spectral analyses of both CDs have been conducted. In addition, the time intervals between successive monosyllables and the level distributions of the words as well as the calibration signal were calculated. In conclusion, it turns out that some requirements are met others are not.

 

Keywords: speech audiometry, EN ISO 8253-3, hearing aids, Freiburg monosyllabic speech test

 
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© 2020 Zeitschrift für Audiologie / Audiological Acoustics