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Z Audiol 2020; 59 (3) 95–104 – Neumayer/Adel/Baumann Drucken

Radiologische Bestimmung der Position von Cochlea-Implantat-Elektroden und deren Frequenzzuordnung nach unterschiedlichen Modellen


Radiological determination of the position of cochlear implant electrodes and their frequency assignment according to different models

 

Hannah-Lina Neumayer, Youssef Adel, Uwe Baumann
Audiologische Akustik, Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main

 

Zusammenfassung: Cochlea-Implantate (CI) sind heute das Mittel der Wahl, um bei ertaubten oder hochgradig schwerhörigen Patienten die Hörfunktion in Teilen wiederherzustellen. Durch den in die Cochlea eingebrachten Elektrodenträger können Spiralganglienneurone elektrisch stimuliert werden. Der von den Reizelektroden überspannte Stimulationsbereich hängt stark von der Elektrodenlänge, der Elektrodenbauform und den individuellen anatomischen Verhältnissen der Cochlea ab. Die Verteilung der den einzelnen Elektroden zugeordneten Bandpassfilterfrequenzen zeigt im Vergleich zur regulären Verteilung der Elektrodenposition-Frequenzzuordnung (Ep-Fz) auf der Basilarmembran einen Frequenzversatz (FV), der von der erreichten Insertionstiefe des Elektrodenträgers abhängt.

In der vorliegenden Arbeit wurden zur Untersuchung des FV postoperative digitale Volumentomographie-Aufnahmen (DVT) genutzt, welche zur Lagekontrolle des Elektrodenträgers (MED-EL FLEX28, Innsbruck, Österreich) bei N = 32 Ohren angefertigt wurden. Des Weiteren wurden die individuellen Einstellungen der CI-Prozessoren (MED-EL Sonnet) bezüglich der Zuordnung der Bandpassfilterfrequenzen herangezogen. Zur Bestimmung der individuellen Länge des ductus cochlearis (cochlear duct length, CDL) wurden mehrere Schichtbilder übereinandergelegt. Nach der Bestimmung der Referenzpunkte nach Escudé.et.al. (2006) [2] wurde individuell der CDL berechnet. Die in dieser Arbeit ermittelten CDL-Daten sind in Bezug auf die Verteilung mit den Ergebnissen von Escudé et al. vergleichbar. Ebenfalls konnten aus den DVT-Schnittbildern die Insertionswinkel der einzelnen Elektrodenkontakte bestimmt werden. Über die Insertionswinkel wurde die Ep-Fz mithilfe der Greenwood-Modellfunktion [4] der einzelnen Kontakte unter Zuhilfenahme der Modelle von Escudé et al. [2] sowie Stakhovskaya et.al. (2007) [3] berechnet. Der Vergleich der auf diese Weise ermittelten Ep-Fz mit der Frequenzbandzuordnung der individuell angepassten CI-Prozessoren zeigte einen FV zwischen 175,8 Hz und 5,48 kHz, der im apikalen stärker als im basalen Bereich ausfiel.

Insgesamt zeigte sich, dass mit der Berechnung nach Stakhovskaya et al. [3] mit Bezugspunkt Corti-Organ der Interquartilabstand der Ep-Fz-Differenz am geringsten ausfiel, was einer geringeren Streuung im Vergleich zum individualisierten Modell nach Escudé entspricht. Hieraus lässt sich schließen, dass für die untersuchte Elektrodenbauform (Elektrodenkontakte in Nähe der lateralen Wand) mit dem Bezugspunkt Corti-Organ eine individuellere Bestimmung der Ep-Fz möglich ist.

Stichwörter: Cochlea-Implantate, Cochlea-Implantat-Elektroden, Frequenzzuordnung

 

Abstract: Cochlear implants (CIs) are currently the therapy of choice to regain hearing sensation in patients with severe or complete hearing loss. The electrode carrier inserted into the cochlea can electrically stimulate auditory nerve fibers at different locations. The stimulated population depends on the length and design of the electrode, as well as the individual anatomical variations of the cochlea. The frequency mismatch between the bandpass filter frequency assigned to each electrode and the normal tonotopic distribution of characteristic frequencies along the basilar membrane depends mainly on the insertion depth of the electrode array.

In this study, cone-beam CT was collected from 32 ears after cochlear implantation (MED-EL FLEX28, Innsbruck, Austria) to assess electrode placement. CT images were analyzed to determine electrode positions and to calculate individual frequency mismatch. An overlay of selected slices was used to estimate individual cochlear duct length (CDL). CDL was calculated after setting reference points according to Escudé et al. (2006) [2]. CDL results were generally comparable with the data presented by Escudé et al. [2]. Furthermore, insertion angles of all electrodes were measured. Using the insertion angles, the tonotopic assignment according to Greenwood [4] (electrode position to frequency map, Ep-Fm) of the individual electrode contacts was determined using the models of Escudé et al. [2] as well as Stakhovskaya et al. (2007) [3]. The comparison of these results with the frequency band assignment of the individual CI processor fitting (MED-EL SONNET) showed a frequency mismatch between 175.8 Hz and 5.48 kHz, which was higher in the apical than in the basal region.

The results of this study showed that the calculation proposed by Stakhovskaya et al. [3] with the organ of Corti as the reference point yielded the minimal interquartile range of the Ep-Fm difference from the individualized model according to Escudé. Thus it can be concluded that for electrode locations close to the lateral wall this method allows a more accurate determination of characteristic frequency allocations.

 

Keywords: cochlear implants, cochlear implant electrodes, frequency assignment


*  Online Erstveröffentlichung im GMS Z Audiol (Audiol Acoust). doi: 10.3205/zaud000006

 
Z Audiol 2020; 59 (2) 50–60 – Holube/Winkler/Nolte-Holube Drucken

Modellierung und Verifizierung der Test-Retest-Reliabilität des Freiburger Einsilbertests in Ruhe mit der verallgemeinerten Binomialverteilung


Modeling and verifying the test-retest reliability of the Freiburg monosyllabic speech test in quiet with the Poisson binomial distribution

 

Inga Holube1,2, Alexandra Winkler1,2, Ralph Nolte-Holube¹
¹Institut für Hörtechnik und Audiologie, Jade Hochschule, Oldenburg; ²Exzellenzcluster „Hearing4All“, Oldenburg

 

Zusammenfassung: Die Test-Retest-Reliabilität des Freiburger Einsilbertests wurde mit verschiedenen Methoden modelliert und mit Messdaten von Probanden mit und ohne Hörbeeinträchtigung verglichen. Die Methoden bauen auf den Verfahren von Thornton und Raffin sowie Altman et al. auf. Sie berücksichtigen durch die Verwendung der verallgemeinerten Binomialverteilung die Unterschiede im Wortverstehen innerhalb der Testlisten und beinhalten die Varianz der Testlisten. Die Methoden ermöglichen die Bestimmung der Grenzen für die 90 %- und 95 %-Konfidenzintervalle bei Verwendung von Testlisten mit 20 Wörtern und von Doppellisten mit 40 Wörtern. Diese Grenzen wurden durch die Messdaten bestätigt. Bei einem Sprachverstehen von 50 % sind die Konfidenzintervalle am breitesten. Dort hat für Testlisten mit 20 Wörtern das 90 %-Konfidenzintervall eine Breite von ±20 % bzw. ±6,0 dB und das 95 %-Konfidenzintervall eine Breite von ±25 % bzw. ±7,4 dB. Für die Hörgeräte-Anpasspraxis bedeutet dies, dass erst Unterschiede, die diese Spanne übersteigen, als signifikant unterschiedlich gewertet werden können.

Stichwörter: Freiburger Einsilbertest, Sprachverstehen, Binomialverteilung, Test-Retest-Reliabilität, Konfidenz

 

Abstract: The test-retest reliability of the Freiburg monosyllabic speech test was modeled using different methods. The results were compared to measurements from listeners with and without hearing impairment. The methods are based on the models of Thornton and Raffin as well as Altman et al.. Both papers took into account differences in word recognition within the test lists by applying the Poisson binomial distribution and included the variance of the test-list results. The methods allow calculating the bounds of the 90% and 95% confidence intervals when using test lists with 20 words and double lists with 40 words. The data in the current report confirm these bounds. The confidence intervals are broadest for speech recognition scores of 50%. At this score and for test lists with 20 words, the 90% confidence interval has a width of ±20%, corresponding to ±6.0 dB, and the 95% confidence interval has a width of ±25%, corresponding to ±7.4 dB. Thus when evaluating hearing-aid fittings, only differences exceeding this range can be regarded as significantly different.

 

Keywords: Freiburg monosyllabic test, speech intelligibility, binomial distribution, test-retest reliability, confidence


*  Online Erstveröffentlichung im GMS Z Audiol (Audiol Acoust). doi: 10.3205/zaud000007

 
Z Audiol 2020; 59 (1) 6–13 – Holube/Hoffmann/von Gablenz Drucken

Versorgung mit Hörgeräten in Nord- und Süddeutschland*


Hearing-aid adoption in Northern and Southern Germany

 

Inga Holube¹, Eckhard Hoffmann², Petra von Gablenz¹
¹Institut für Hörtechnik und Audiologie, Jade Hochschule und Exzellenzcluster „Hearing4All“, Oldenburg, Deutschland; ²Kempten, Deutschland

 

Zusammenfassung: Zur Angabe der Prävalenz von Schwerhörigkeit wird international häufig das Kriterium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet, jedoch auch andere Prävalenzkriterien kommen zum Einsatz. Aus dieser Prävalenz und der Anzahl der Hörgeräteversorgungen kann die Versorgungsrate abgeschätzt werden, die häufig als verbesserungsbedürftig angesehen wird. Um aufzuzeigen, wie sich die Wahl des Kriteriums auf die Prävalenzschätzungen auswirkt, wurden die epidemiologischen Daten zum Hörvermögen aus Oldenburg, Emden und Aalen herangezogen. Dabei basierten die Kriterien entweder auf dem Tonaudiogramm, dem Sprachverstehen im Störgeräusch oder der subjektiven Angabe von Hörschwierigkeiten. Die Ergebnisse zeigen eine starke Abhängigkeit der Versorgungsrate vom Prävalenzkriterium. Kriterien, die auf dem Sprachverstehen im Störgeräusch basieren, führen zu sehr hohen Prävalenzen und geringen Versorgungsraten. Bei altersunabhängiger Betrachtung führen sowohl die subjektive Angabe von Hörschwierigkeiten als auch das übliche WHO-Kriterium und die 4-Frequenz-Tabelle nach Röser zu einer Versorgungsrate von etwa 25 %. Eine altersabhängige Betrachtung zeigt jedoch große Unterschiede zwischen der subjektiven Angabe und den tonaudiometrischen Kriterien auf. Insgesamt sollten die Angaben zur Prävalenz von Schwerhörigkeit und zur Versorgungsrate immer das verwendete Kriterium enthalten und altersabhängig bzw. bezogen auf eine Standardpopulation betrachtet werden.

Stichwörter: Hörgerät, Hörverlust, Sprachverstehen, Prävalenz, subjektives Hörvermögen

 

Abstract: On an international level, estimates of the prevalence of hearing loss are often based on the criterion of the World Health Organization (WHO), but other criteria have also been applied. Both the prevalence of hearing loss and the number of hearing-aid fittings can be used to estimate the adoption rate, which is often regarded as being in need of improvement. To illustrate the effect of the prevalence criteria on the assessments, epidemiological data for hearing abilities in Oldenburg, Emden and Aalen were used. The criteria were either based on the pure-tone audiogram, on speech recognition in noise or on the subjective indication of hearing difficulties. The results showed a strong dependency of the adoption rate on the prevalence criterion. Criteria based on speech recognition in noise led to very high prevalence and low adoption rates. Age-independent analysis resulted in similar adoption rates of approx. 25% for subjective hearing difficulties, for the common WHO criterion and for the four-frequency-table of Röser. However, age-dependent analysis revealed large differences between the subjective indication and the criteria based on pure-tone audiometry. Overall, statements regarding the prevalence of hearing impairment and rate of hearing-aid adoption should always include the applicable criterion and should either be viewed as age-dependent or related to a standard population.

 

Keywords: hearing aid, hearing loss, speech recognition, prevalence, subjective hearing

 

*  Online Erstveröffentlichung im GMS Z Audiol (Audiol Acoust). doi: 10.3205/zaud000004

 

 
Z Audiol 2019; 58 (4) 138–147 – Liß/Kreikemeier Drucken

Data Logging – Wie zuverlässig funktioniert die Datenaufzeichnung?*


How reliable is the data logging function?

 

Linda Liß, Steffen Kreikemeier
Hochschule Aalen, Studiengang Hörakustik/Audiologie, Aalen, Deutschland

 

Zusammenfassung: Das Data Logging (DL) kommt in der Praxis häufig zum Einsatz, um die Aussagen der Kunden insichtlich der Tragedauer von Hörgeräten abzugleichen. Ebenfalls ist es dem Hörakustiker möglich nachzuvollziehen, wie lange und in welcher Situation der Kunde das Hörsystem getragen hat. Oftmals kommt es jedoch zu dem Fall, dass die Aufzeichnungen der Geräte von den Aussagen der Kunden abweichen. Somit stellt sich die Frage, ob und wann es zu Komplikationen in der Aufzeichnung des Trageverhaltens kommen kann. In der hier vorgestellten Studie wurden die Zuverlässigkeit des Data Loggings und die Faktoren, wie z.B. der binauralen Synchronisation, die dieses beeinträchtigen können, untersucht. Dazu wurde neben der Aufzeichnungsdauer auch die Situationserkennung für drei verschiedene Hersteller überprüft. Unter Laborbedingungen wurden zum einen akustisch definierte „Standardsituationen“ (Sprache in Ruhe, Sprache im Störgeräusch) sowie eine komplexe Situation (Sprache im Störgeräusch zusammen mit Musik) über einen Lautsprecherkreis konstruiert und anhand von 3- und 8-Stunden-Messungen ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Tragedauer insgesamt sehr zuverlässig aufgezeichnet wird, die Hörumgebung hingegen je nach Situation und Hersteller besser oder schlechter erfasst wird.

Stichwörter: Data Logging, binaurale Synchronisation, Situationserkennung

 

Abstract: Data logging (DL) is used to compare the patients’ testimonials about how often and how long they used heir hearing aids to the recorded duration of daily use. In addition, the hearing aid acoustician can gather information regarding the different acoustic environments in which the patients wore their hearing aids. The hearing aid users’ statements often deviate from the information gained from DL. This raises the question of whether and when complications can occur in the recording of wearing behavior. The study described below examined the reliability of DL and the factors that can affect it. In addition to the duration of the logging, the situation detection for three different manufacturers was also investigated. Different acoustic situations were designed using eight loudspeakers while the duration of measurement was three and eight hours. The results show that the documentation of the overall wearing time is very reliable, while reliability for detecting the hearing environment depends on the situation and the manufacturer.

 

Keywords: data logging, binaural synchronization, classification

 

*  Online-Erstveröffentlichung in GMS Z Audiol (Audiol Acoust). DOI: 10.3205/zaud000003

 

 
Z Audiol 2019; 58 (3) 94–98 – Bruschke, Wu, Baumann Drucken

ISIS Neurostimulator: Erste Erfahrungen bei bi- und triphasischer elektrischer Stimulation mittels Gehörgangselektrode*


ISIS Nerostimulator: First experiences with bi- and triphasic electrical stimulation via ear canal electrode

 

Stefanie Bruschke, Pan-Pan Wu, Uwe Baumann
HNO-Universitätsklinik Frankfurt / Audiologische Akustik, Frankfurt a. M., Deutschland

 

Zusammenfassung: Im Rahmen der Voruntersuchungen für eine Cochlea-Implantation (CI) kann der Promontorialtest zur Überprüfung der Funktionalität des Hörnervs eingesetzt werden. Neben den standardmäßig durchgeführten Untersuchungen, wie beispielsweise Ton- und Sprachaudiometrie, Bildgebung, Vestibularisprüfung und Hirnstammaudiometrie (BERA), wird der Promontorialtest derzeit in der Regel bei speziellen Fragestellungen (sehr lange Taubheitsdauer oder andere Ursachen für eine mögliche Schädigung des Hörnervs) durchgeführt. Ziel der Studie ist die Evaluierung der Anwendbarkeit des frei programmierbaren ISIS Neurostimulators (inomed Medizintechnik, Emmendingen) zur Durchführung des Promontorialtestes bei CI-Voruntersuchungen,sowie die Untersuchung möglicher Effekte von biphasischer und triphasischer Stimulation auf die subjektive Wahrnehmung. Es wurden 29 Probanden (15 männlich, 14 weiblich) im Alter von 18 bis 86 Jahren untersucht (35 Ohren/Fälle). Es wurde eine Gehörgangselektrode (Medtronic) verwendet, die vor dem Trommelfell des Patienten in eine Kochsalzlösung gelegt wurde (Referenzelektrode Stirn). Zur Stimulation wurden sowohl biphasische als auch triphasische Pulse mit einer Folgerate von 50 Hz verwendet und über Variation der Amplitude jeweils die Wahrnehmungsschwelle und Unbehaglichkeitsschwelle durch Angaben des Patientenbestimmt. In 10 von 35 Fällen (28,6 %) wurden keine Höreindrücke erzielt, sondern ausschließlich taktile Empfindungen. Die Ergebnisse der biphasischen und triphasischen Testbedingung zeigten keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Wahrnehmungs-schwelle (Mediane bi-/triphasisch: 160/150 μA) und Unbehaglichkeitsschwelle (Mediane bi-/triphasisch: 320/315 μA). Anders als bei intracochleärer Stimulation mit triphasischen Pulsen bei CI-Trägern scheint die Pulsform keinen Einfluss auf die hier untersuchten Schwellen zu zeigen. Der ISIS Neurostimulator konnte bei allen Patienten bei CI-Voruntersuchungen angewendet werden und erweist sich nach der vorliegenden Untersuchung als geeignetes Tool zur Durchführung des Promontorialtestes. Ziel weiter-führender Studien zur Evaluation des ISIS Neurostimulator ist die Erprobung weiterer Messparameter, wie beispielsweise die Änderung der Stimulationsfrequenz, sowie die Durchführung von E-BERA Untersuchungen.

Stichwörter: Promontorialtest, Cochlea-Implantat, Voruntersuchungen

 

Abstract: The promontory test is applied to examine the functionality of the auditory nerve as part of the preoperative examination for cochlear implantation (CI). Besides standard tests, such as pure tone and speech audiometry, imaging, vestibular tests and brainstem audiometry (BERA), the promontory test usually is applied in case of special issues (very long duration of deafness or other reasons for potential damage of the auditory nerve). The aim of the study is to evaluate the applicability of the freely programmable ISIS Neurostimulator (inomed Medizintechnik, Emmendingen) to perform the promontory test for preoperative examination for CI. Furthermore the possible effect of biphasic and triphasic pulses on the subjective perception is investigated. 29 patients (15 male, 14 female) with an age between 18 and 86 years were included in the study (35 ear/cases). An ear canal electrode (Medtronic) was positioned in saline solution in front of the eardrum (frontal reference electrode). For stimulation, biphasicand triphasic pulses with a repetition rate of 50 Hz were used. Via variation of the amplitude, the perception threshold and the uncomfortable level were determined for each pulse. In 10 out of 35 cases (28.6 %) no hearing sensation but sensations of beginningpain was documented. The comparison of thresholds with biphasic and triphasic stimulation showed no significant difference regarding the perception threshold (median bi-/triphasic: 160/150 μA) and uncomfortable level (median bi-/triphasic: 320/315 μA). In contrast to findings obtained with triphasic pulses with intracochlear stimulation, the pulse shape had no impact on thresholds. In general, the results of the study show that the ISIS Neurostimulator is applicable as device for administering electrical stimulationwith ear canal electrodes. The aim of further studies evaluating the ISIS Neurostimulator is the clinical testing of additional measuring parameters, such as variation in stimulus frequencies, as well as E-BERA tests.

 

Keywords: promontory test, cochlear implant, preoperative examination

 

*  Online-Erstveröffentlichung  in  GMS  Z  Audiol  (Audiol  Acoust).  DOI:  10.3205/zaud000002

 

 
Z Audiol 2019; 58 (2) 50–56 – Grundmann/Plotz/Radeloff/Schulze/Meis Drucken

Psychometry and test of a questionnaire tool for evaluating the patients’ Health related Quality of Life in the realm of bimodal hearing system supply


Psychometrie und Testung einer Fragebogenbatterie für die Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Bereich der bimodalen Hörsystemversorgung

 

Mareike Grundmann1,Karsten Plotz2,Andreas Radeloff3,Gisela Schulze1 and Markus Meis4, 5
1 Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, Universität Oldenburg; 2 Medizinisches Versorgungszentrum Oldenburg und Jade Hochschule Oldenburg; 3 Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Evangelischen Krankenhaus, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg; 4 Hörzentrum Oldenburg GmbH, Oldenburg, Germany; 5 Excellence Centre for Hearing Research, Oldenburg, Germany

 

Abstract: The benefit assessment of hearing systems is usually carried out by determining clinically relevant para­meters, such as speech comprehension in noise. In addition to such parameters addressing efficacy, the assessment of everyday benefits by means of questionnaires on health­related quality of life (HrQoL) is of increasing relevance reflecting effectiveness over time. To assess the benefit of hearing systems over time, the questionnaires must be suitable to demonstrate sensitivity to change. Sensitivity to change was tested comparatively across a range of generic and hearing­specific questionnaires with N = 40 bimodal patients (average age M = 64.7 years), who switched from bilateral hearing aid (HA) provision to a bimodal supply (HA and cochlear implant (CI)). The subjects answered 166 items of a large questionnaire battery at four measuring time points (before implantation and three to nine months after implantation). For some of the questionnaire scales it was shown, that these were change sensitive and can be used for evidence­based evaluation in the field of CI and bimodal rehabilitation. Based on this, we selected disease­specific (e.g., HHIE [social scale], SSQ­12) as well as generic scales (e.g., GHSI [gen. subscale]) with moderate to good within effect sizes for a reduced and economic to handle test battery. This test battery seems to be suitable for prospective longitudinal studies to evaluate the patients’ benefit in everyday life to meet different regulatory recommendations.

Keywords: bimodal provision, quality of life, sensitivity to change, longitudinal study

 

Zusammenfassung: Die Nutzenbewertung von Hörsystemen erfolgt in der Regel durch die Bestimmung klinisch rele­vanter Parameter, wie z. B. des Sprachverstehens im Störgeräusch. Neben diesen Parametern zur Wirksamkeit ist die Bewertung des alltäglichen Nutzens mittels Fragebögen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HrQoL) von zunehmender Relevanz und spiegelt die Wirksamkeit im Zeitablauf wieder. Um den Nutzen von Hörsystemen im Verlauf beurteilen zu können, müssen die Fragebögen in der Lage sein, Veränderungen abzubilden. Die Änderungssensitivität wurde vergleichsweise in einer Reihe von generischen und hörspezifischen Fragebögen mit bimodal versorgten Patienten (N = 40, Durchschnittsalter = 64,7 Jahre) getestet, die von einer bilateralen Hörgeräteversorgung (HG) auf eine bimodale Versorgung (HG und Cochlea­Implantat (CI)) gewechselt sind. Die Probanden füllten die Fragebogenbatterie zu vier Messzeitpunkten aus (vor der Implantation und drei bis neun Monate nach der Implantation). Einige der getesteten Skalen zeigten sich als änderungssensitiv, sodass sie für die evidenzbasierte Evaluation im Bereich der CI und bimodalen Rehabilitation verwendet werden können. Darauf aufbauend erfolgte eine Auswahl von krank­heitsspezifischen (z. B. HHIE [Sozialskala], SSQ­12) sowie generischen Skalen (z. B. GHSI [gen. Subskala]) mit mittleren bis guten Wirkungsgraden für eine reduzierte und ökonomisch zu handhabende Testbatterie. Diese Testbatterie scheint für prospektive Längsschnittstudien geeignet zu sein, um den Nutzen für die Patienten im Alltag zu bewerten und verschiedene regulatorische Vorgaben zu erfüllen.

 

Stichwörter: bimodale Versorgung, Lebensqualität, Veränderungssensitivität, Längsschnittstudie


 
Z Audiol 2019; 58 (1) 6–15 – Paluch/Krueger/Hendrikse/Grimm/Hohmann/Meis Drucken

Towards Plausibility of Audiovisual Simulations in the Laboratory: Methods and First Results from Subjects with Normal Hearing or with Hearing Impairment


Plausibilität audiovisueller Simulationen im Labor: Methoden und erste Ergebnisse von Probanden mit normalem Hörvermögen oder mit Hörbeeinträchtigung

 

Richard Paluch1, 3, 5, Melanie Krueger1,  5, Maartje M. E. Hendrikse4, 5, Giso Grimm2, 4, 5, Volker Hohmann1, 2, 4, 5 and Markus Meis1,  5
1 Hörzentrum Oldenburg GmbH, Oldenburg, Germany; 2 HörTech gGmbH, Oldenburg, Germany; 3 Department of Social Sciences, University of Oldenburg, Oldenburg, Germany; 4 Department of Medical Physics and Acoustics, University of Oldenburg, Oldenburg, Germany; 5 Cluster of Excellence “Hearing4all”, Oldenburg, Germany

 

Abstract:This study addressed the replication of two everyday life communication conditions: an urban street and a conversation in a cafeteria, in the laboratory using virtual audiovisual environments, and compared subject experience in this audiovisual laboratory environment with the corresponding real-life condition. Experiences were assessed using questionnaires and interviews addressing relevant factors, in particular the general presence, spatial presence, involvement and realism. Data were collected with N = 21 users (51 to 72 yrs.) in two situations (street traffic and cafeteria), using two hearing aid (HA) modes (unaided and omnidirectional HA microphone mode) in seven experienced HA users (EXPU), in seven first-time HA users with hearing impairment (FTU), and in seven age-matched subjects with normal-hearing (NH). Both the questionnaire focusing on as-pects of presence and the interview responses showed that the virtual acoustic replication in the laboratory condition was eva-luated as being plausible compared to the real-life experience, whereas subjects found the visual simulation to be less plausible in terms of visual detail and the presentation of movement.

Keywords: Sense of presence, plausibility, hearing aids, hearing loss, audiovisual environments

 

Zusammenfassung: Diese Studie befasste sich mit der Replikation von zwei alltäglichen Kommunikationsbedingungen. Eine Stadtstraße und eine Unterhaltung in einer Cafeteria wurden im Labor als virtuelle audiovisuelle Umgebungen simuliert und für die Studie verwendet. Verglichen wurde die Erfahrung der Probanden in dieser audiovisuellen Laborumgebung mit entsprechenden realen Alltagsumgebungen. Die Erfahrungen wurden anhand von Fragebögen und Interviews bewertet, die relevante Faktoren, insbesondere die generelle Präsenz, räumliche Präsenz, Einbindung und Realität, berücksichtigten. Erhoben wurden die Daten in zwei Situationen (Straßenverkehr und Mensa) mit N = 21 Probanden im Alter von 51-72 Jahren in Bezug auf zwei Hörgerätemodi (HG) (unversorgt und omni-direktionaler HG-Mikrofonmodus) mit sieben erfahrenen HG-Nutzern (EXPU), sieben erstmaligen HG-Nutzern mit Hörminderung (FTU) und mit sieben gleichaltrigen Probanden mit normalem Hörvermögen (NH). Der Präsenzfragebogen und das Interviewmaterial zeigten, dass die virtuell akustische Replikation im Labor als plausibel im Vergleich zur realen Erfahrung bewertet wurde, während die visuelle Simulation in Bezug auf visuelle Details und Bewegung als weniger plausibel erlebt wurde.

 

Stichwörter: Präsenz, Plausibilität, Hörgeräte, Hörminderung, audiovisuelle Umgebungen


 
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Ergebnisse 34 - 44 von 50
© 2020 Zeitschrift für Audiologie / Audiological Acoustics