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Diese älteste mitteleuropäische Zeitschrift dieser Thematik informiert über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse durch Originalarbeiten und Tutorials, Nachrichten, Reportagen, Interviews, Kommentare, Rezensionen, Personalia und Veranstaltungshinweise, kurzum: In der »Zeitschrift für Audiologie« steht alles Wissenswerte aus diesem und den benachbarten Fachbereichen wie der Pädaudiologie, Logopädie, HNO-Heilkunde, Hörakustik, Audiometrie, Hörgeschädigtenpädagogik etc. Darüber hinaus verbreitet die Zeitschrift die Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Audiologie.

 

Dem internationalen Charakter entsprechend, erscheinen die Originalarbeiten und Tutorials in der »Zeitschrift für Audiologie« optional in englischer Sprache (mit deutscher Kurzfassung) oder deutschsprachig (mit Summaries in Englisch). Die Tabellen- und Bildlegenden sind stets zweisprachig.

 

Für die Qualität des redaktionellen Inhalts bürgt ein Expertenteam der verschiedenen Fakultäten aus dem In- und Ausland.

 

Die Online-Plattform ist das Zentralarchiv aller wissenschaftlichen Beiträge der Fachzeitschrift und steht allen DGA-Mitgliedern und Abonnenten kostenlos im geschlossenen Bereich zur Verfügung. 

 
Audiological Acoustics | Aus der aktuellen Zeitschrift für Audiologie
Z Audiol 2022; 61 (2) 57–61 – Seebens

Hörschädigung und Versorgungsrecht bei Kindern – der Versuch eines Überblicks über mögliche Hilfen im Bereich der Kinderversorgung


Hearing impairment and rights for children – an attempt at an overview of possible assistance in the field of child care

 

Yvonne Seebens
Hör- und Sprachförderung Rhein-Main gGmbH, Friedberg

 

Zusammenfassung: Immer wieder fragen CI-Träger bzw. deren Eltern nach Unterstützungsmöglichkeiten und wissen nicht, welche Hilfen und finanziellen Leistungen zur Verfügung oder ihnen sogar rechtlich zustehen. Bundesweit gibt es dazu keine einheitlichen Strukturen und auch auf Länderebene ist für die Antragsteller der korrekte Ort der Antragstellung oft nicht klar ersichtlich. Für die Kinder mit einer Hörschädigung kommen i. d. R. folgende Leistungsträger infrage: die gesetzlichen Krankenkassen (SGB V), die Eingliederungshilfe (SBG IX) sowie die Pflegeversicherung (SGB XI) oder die Rentenversicherung (SGB VI). Zusätzlich können bei Bedarf (z. B. Vorliegen einer Mehrfachbehinderung) auch Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) in Anspruch genommen werden. Wichtige Infos finden Betroffene unter anderem beim Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. (www.bvkm.de).

Stichwörter: Versorgungsrecht, Kinder mit Hörschädigung, finanzielle Leistungen, Rechtsgrundlagen

 

Abstract: CI users or their parents often ask about support options and do not know which assistance and financial benefits are available or even legally entitled. There are no uniform structures for this nationwide and even at the states the correct place for the application is often not clear to the applicant. For children with a hearing impairment, the following service providers usually come into question: the statutory health insurance funds (SGB V), the integration assistance (SBG IX) as well as the long-term care insurance (SGB XI) or the pension insurance (SGB VI). In addition, if necessary (e. g. multiple disabilities), benefits from child and youth welfare (SGB VIII) can be claimed. Those affected can find important information at the Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. (Federal Association for People with Physical and Multiple Disabilities) (www.bvkm.de).

 

Keywords: care law, children with hearing impairment, financial benefits, legal basics

 
Z Audiol 2022; 61 (1) 16–26 – Kerner/Winkler/Holube

Untersuchung des Einflusses der Störgeräuschrichtung auf das Sprachverstehen mit Richtmikrofonsystem 


Exploration of the influence of noise direction on speech recognition with a directional microphone system

 

Maximilian Kerner, Alexandra Winkler, Inga Holube 
Institut für Hörtechnik und Audiologie, Jade Hochschule und Exzellenzcluster „Hearing4All“, Oldenburg

 

Zusammenfassung: Im Rahmen der Hörgeräteversorgung werden zur Erfolgskontrolle Messungen des Sprachverstehens im Störgeräusch durchgeführt. In der Hilfsmittel-Richtlinie ist die minimal zu erreichende Verbesserung, aber nicht die räumliche Messanordnung der Sprach- und Störgeräuschsignale vorgegeben. Um den Einfluss der räumlichen Anordnung abschätzen zu können, wurde die Abhängigkeit des Sprachverstehens von verschiedenen Störgeräuschrichtungen und die jeweilige Verbesserung des Signal-Rausch-Abstands (SNR) durch ein typischerweise in Hörgeräten verwendetes Richtmikrofon untersucht. Hierfür wurde eine virtuelle akustische Umgebung mit der Toolbox for Acoustic Scene Creation and Rendering (TASCAR) erstellt. In der Kombination mit Außenohrübertragungsfunktionen und dem Master Hearing Aid (MHA) wurde eine möglichst realitätsnahe Hörsituation über Kopfhörer simuliert. Die Messungen wurden mit jungen Probanden ohne Hörbeeinträchtigung durchgeführt, sodass das MHA für die Messungen nur eine Richtmikrofonimplementierung beinhaltete.

Das Störgeräusch wurde aus den in der Praxis häufig verwendeten Richtungen 0°, 90°, 180°, aus der in DIN EN ISO 8253-3 spezifizierten Richtung ±45°, aus ±135° und aus allen Richtungen gleichzeitig (diffus) präsentiert. Als Sprachtests wurden der Oldenburger Satztest (OLSA) und der Freiburger Einsilbertest (FBE) verwendet, wobei das Sprachsignal immer frontal dargeboten wurde. Für den OLSA wurde für jede Kondition (sechs Störgeräuschrichtungen jeweils mit und ohne Richtmikrofonsystem) die Schwelle ermittelt, bei der die Probanden ein Sprachverstehen von 50 % erreichten (SRT50). Beim FBE wurde für jede Kondition (fünf Störgeräuschrichtungen, ohne ±45°) das prozentuale Sprachverstehen bei einem festen SNR ermittelt. Für den OLSA wurde außerdem die SNR-Verbesserung durch das Richtmikrofonsystem berechnet. Die Ergebnisse zeigen sowohl mit als auch ohne Richtmikrofonsystem einen Einfluss der Störgeräuschrichtung auf das Sprachverstehen. Die perzeptiven Verbesserungen im Sprachverstehen stimmten mit den richtungsabhängigen gemessenen SNR-Verbesserungen durch das Richtmikrofonsystem überein. Aufgrund dieser Ergebnisse mit jungen Probanden ohne Hörbeeinträchtigung sollten weitere Studien mit Probanden mit Hörbeeinträchtigung folgen, um die fehlende einheitliche Angabe der Sprach- und Störgeräuschrichtung in der Hilfsmittel-Richtlinie zu diskutieren.

 

Stichwörter: Hilfsmittel-Richtlinie, Störgeräuschrichtung, Freiburger Einsilbertest, Oldenburger Satztest, Toolbox for Acoustic Scene Creation and Rendering, Master Hearing Aid, Richtmikrofon

 

Abstract: Within the scope of the hearing aid fitting, measurements of speech recognition in noise are carried out to validate the success of the fitting. The guideline for hearing aid provision in Germany specifies the minimum improvement to be achieved, but not the spatial measurement condition of speech and noise signals. To estimate the influence of the spatial conditions, speech recognition was examined in its dependence on different noise directions and the respective improvement in signal-to-noise ratio (SNR) when using a typical directional microphone in hearing aids. Therefore, a virtual acoustic environment was created using the Toolbox for Acoustic Scene Creation and Rendering (TASCAR). In combination with Head-Related Transfer Functions and the Master Hearing Aid (MHA), a listening situation, as realistic as possible, was simulated via headphones. The measurements were performed by young participants with normal hearing. The MHA included only a directional microphone implementation.

The noise was presented from the directions 0°, 90°, 180°, the direction ±45° as specified in DIN EN ISO 8253-3, ±135°, and from all directions simultaneously (diffuse). The speech signal was always presented from the frontal direction. The Oldenburg sentence test (OLSA) and the Freiburg monosyllabic speech test (FBE) were used. For OLSA, speech recognition thresholds for scores of 50 % (SRT50) were measured for each condition (six noise directions, each with and without MHA). For FBE, speech recognition was determined as a percentage score at different fixed SNR for each condition (five noise directions, without ±45°). For OLSA, the SNR improvement due to the directional microphone was also calculated. The results showed that, regardless of the use of the directional microphone, the noise direction had an influence on speech recognition. The perceptual improvements in speech recognition were consistent with the directional SNR improvements measured by the directional microphone system. Based on these results with young participants without hearing impairment, further studies with participants with hearing impairment should follow to discuss the missing standardization of speech and noise direction in the guideline for hearing-aid provision in Germany.

 

Keywords: German guidelines for hearing-aid provision, noise direction, Freiburg monosyllabic speech test, Oldenburg sentence test, toolbox for acoustic scene creation and rendering, master hearing aid, directional microphone

 

Online-Erstveröffentlichung in GMS Z Audiol (Audiol Acoust) DOI: 10.3205/zaud000017

 
Z Audiol 2022; 61 (1) 7–15 – Hesse/Kastellis

Tinnitus – Grundlagen und Therapie unter Berücksichtigung der aktuellen S3-Leitlinie „Chronischer Tinnitus“


Tinnitus – Basics and therapy taking into account the current S3 guideline “Chronic Tinnitus”

 

Gerhard Hesse1,2 Georgios Kastellis2
1 Tinnitus-Klinik am Krankenhaus Bad Arolsen, Deutschland
2 Universität Witten-Herdecke, Witten, Deutschland

 

Zusammenfassung: Tinnitus ist ein Symptom gestörter Hörwahrnehmung und in über 90 % der Fälle mit einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Hörverlust vergesellschaftet. Zwar klagen sehr viele Menschen über Ohrgeräusche und suchen entsprechende Behandlungsangebote, tatsächlich sind Ausprägung und Belastung der Beschwerden sehr unterschiedlich und verschwinden bei vielen Menschen auch ohne Therapie wieder bzw. werden habituiert, d. h. nicht mehr störend wahrgenommen. Therapieansätze, die Ohrgeräusche vollständig abschalten können, sind nicht verfügbar, zumal die Ausprägung und Entstehung des Tinnitus individuell sehr unterschiedlich sind. In diesem Review sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Tinnitus zusammengefasst und Therapieformen beschrieben und bewertet werden. Die Übersicht stützt sich dabei auf die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie gerade neu erstellte und im September 2021 veröffentlichte S3-Leitlinie „Chronischer Tinnitus“.

Stichwörter: Tinnitus, Schwerhörigkeit, Hyperakusis, kognitive Verhaltenstherapie, Hörgeräte

 

Abstract: Tinnitus is a symptom of disturbed auditory perception and in more than 90 % connected to hearing loss of different expression. Many people experience tinnitus and seek for treatment, but suffering and burden through the tinnitus is individually very different. With many patients it vanishes after a certain time even without treatment. This process is called habituation, tinnitus is perceived less disturbing. Up to date there is no therapy that can completely switch off the tinnitus, mainly because origin and expression of tinnitus is individual and very different. This review summarizes scientific findings about tinnitus, its origin and comorbidities, and describes and evaluates modern therapies. It is based on the just new elaborated and in September 2021 published S3-Guideline “Chronic Tinnitus”, under the lead management of the German Society of ENT, Head and Neck-Surgery.

 

Keywords: tinnitus, hearing loss, hyperacusis, cognitive behavioural therapy, hearing aids

 

Online-Erstveröffentlichung in GMS Z Audiol (Audiol Acoust). 2021;3:Doc01. DOI: 10.3205/zaud000019

 
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© 2022 Zeitschrift für Audiologie / Audiological Acoustics