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Diese älteste mitteleuropäische Zeitschrift dieser Thematik informiert über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse durch Originalarbeiten und Tutorials, Nachrichten, Reportagen, Interviews, Kommentare, Rezensionen, Personalia und Veranstaltungshinweise, kurzum: In der »Zeitschrift für Audiologie« steht alles Wissenswerte aus diesem und den benachbarten Fachbereichen wie der Pädaudiologie, Logopädie, HNO-Heilkunde, Hörakustik, Audiometrie, Hörgeschädigtenpädagogik etc. Darüber hinaus verbreitet die Zeitschrift die Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Audiologie.

 

Dem internationalen Charakter entsprechend, erscheinen die Originalarbeiten und Tutorials in der »Zeitschrift für Audiologie« optional in englischer Sprache (mit deutscher Kurzfassung) oder deutschsprachig (mit Summaries in Englisch). Die Tabellen- und Bildlegenden sind stets zweisprachig.

 

Für die Qualität des redaktionellen Inhalts bürgt ein Expertenteam der verschiedenen Fakultäten aus dem In- und Ausland.

 

Die Online-Plattform ist das Zentralarchiv aller wissenschaftlichen Beiträge der Fachzeitschrift und steht allen DGA-Mitgliedern und Abonnenten kostenlos im geschlossenen Bereich zur Verfügung. 

 
Audiological Acoustics | Aus der aktuellen Zeitschrift für Audiologie
Z Audiol 2020; 59 (3) 133–138 – Mewes/Wiesner

Breitbandige Immittanz-Messungen Teil II: Möglichkeiten und Besonderheiten bei Kindern


Wideband immittance measurements – part 2

 

Alexander Mewes¹, Thomas Wiesner²
1 Phoniatrie und Pädaudiologie, Werner Otto Institut, Hamburg; 2 Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Kiel

 

Zusammenfassung: Wie im ersten Teil des Tutorials dargestellt, liefert die Breitband-Tympanometrie von 226 bis 8 000 Hz – bei vergleichbarer Messdauer – mehr Daten über die Mittelohrfunktion als die klassische Tympanometrie mit einzelnen Frequenzen. Die gemessene Reflektanz ist unabhängig von der Platzierungstiefe der Sonde im Gehörgang, sodass eine Kompensation des Luftvolumens zwischen Sonde und Trommelfell entfällt. Die Darstellung der Messergebnisse als Energie-Absorbanzkurve erfordert darüber hinaus kein Umdenken des Betrachters im Vergleich zur etablierten Darstellung der Compliance in der klassischen Tympanometrie. Damit kann die Breitband-Tympanometrie auch im pädaudiologischen Bereich wertvolle Zusatzinformationen bei der Differenzialdiagnose von Schallleitungs- und Schallempfindungskomponenten sowie bei der Einschätzung des Ausmaßes von Mittelohrbelüftungsstörungen bereitstellen. Insbesondere im ersten Lebensjahr ist mit der Breitband-Tympanometrie die Entscheidung zur Wahl der besten Sondenfrequenz elegant gelöst, so dass mehrere einzelne Messungen bei unterschiedlichen Sondenfrequenzen vermieden werden können.

Stichwörter: Pädaudiologie, Tympanometrie, Reflektanz, Absorbanz, Sondernfrequenz

 

Abstract: The first part of this tutorial demonstrated that wideband tympanometry from 226 to 8000 Hz provides more data about the middle ear function than tympanometry with single probe frequencies, while still needing the same amount of time for the measurement. Since the measured reflectance is independent of the insertion depth of the probe in the outer ear canal, no compensation for the ear canal volume is necessary. Presenting the measurement results in terms of energy absorbance does not require a rethinking of the clinician compared to the established compliance with the conventional tympanometry. Thus, wideband tympanometry can also provide additional information for differentiating conductive and sensorineural hearing loss as well as diagnosing Eustachian tube dysfunctions in the pediatric audiology. Especially in the first year of life, wideband tympanometry solves the question of choosing the best measurement frequency and can avoid multiple measurements with different probe frequencies.

 

Keywords: pediatric audiology, tympanometry, reflectance, absorbance, probe frequencies



 
Z Audiol 2020; 59 (2) 50–60 – Holube/Winkler/Nolte-Holube

Modellierung und Verifizierung der Test-Retest-Reliabilität des Freiburger Einsilbertests in Ruhe mit der verallgemeinerten Binomialverteilung


Modeling and verifying the test-retest reliability of the Freiburg monosyllabic speech test in quiet with the Poisson binomial distribution

 

Inga Holube1,2, Alexandra Winkler1,2, Ralph Nolte-Holube¹
¹Institut für Hörtechnik und Audiologie, Jade Hochschule, Oldenburg; ²Exzellenzcluster „Hearing4All“, Oldenburg

 

Zusammenfassung: Die Test-Retest-Reliabilität des Freiburger Einsilbertests wurde mit verschiedenen Methoden modelliert und mit Messdaten von Probanden mit und ohne Hörbeeinträchtigung verglichen. Die Methoden bauen auf den Verfahren von Thornton und Raffin sowie Altman et al. auf. Sie berücksichtigen durch die Verwendung der verallgemeinerten Binomialverteilung die Unterschiede im Wortverstehen innerhalb der Testlisten und beinhalten die Varianz der Testlisten. Die Methoden ermöglichen die Bestimmung der Grenzen für die 90 %- und 95 %-Konfidenzintervalle bei Verwendung von Testlisten mit 20 Wörtern und von Doppellisten mit 40 Wörtern. Diese Grenzen wurden durch die Messdaten bestätigt. Bei einem Sprachverstehen von 50 % sind die Konfidenzintervalle am breitesten. Dort hat für Testlisten mit 20 Wörtern das 90 %-Konfidenzintervall eine Breite von ±20 % bzw. ±6,0 dB und das 95 %-Konfidenzintervall eine Breite von ±25 % bzw. ±7,4 dB. Für die Hörgeräte-Anpasspraxis bedeutet dies, dass erst Unterschiede, die diese Spanne übersteigen, als signifikant unterschiedlich gewertet werden können.

Stichwörter: Freiburger Einsilbertest, Sprachverstehen, Binomialverteilung, Test-Retest-Reliabilität, Konfidenz

 

Abstract: The test-retest reliability of the Freiburg monosyllabic speech test was modeled using different methods. The results were compared to measurements from listeners with and without hearing impairment. The methods are based on the models of Thornton and Raffin as well as Altman et al.. Both papers took into account differences in word recognition within the test lists by applying the Poisson binomial distribution and included the variance of the test-list results. The methods allow calculating the bounds of the 90% and 95% confidence intervals when using test lists with 20 words and double lists with 40 words. The data in the current report confirm these bounds. The confidence intervals are broadest for speech recognition scores of 50%. At this score and for test lists with 20 words, the 90% confidence interval has a width of ±20%, corresponding to ±6.0 dB, and the 95% confidence interval has a width of ±25%, corresponding to ±7.4 dB. Thus when evaluating hearing-aid fittings, only differences exceeding this range can be regarded as significantly different.

 

Keywords: Freiburg monosyllabic test, speech intelligibility, binomial distribution, test-retest reliability, confidence


*  Online Erstveröffentlichung im GMS Z Audiol (Audiol Acoust). doi: 10.3205/zaud000007

 
Z Audiol 2020; 59 (2) 61–66 – Mewes/Wiesner

Breitbandige Immittanz-Messungen
Teil I: Messtechnische Grundlagen und Messergebnisse bei Erwachsenen


Wideband immittance measurements – part 1

 

Alexander Mewes¹, Tobias Wiesner²
¹Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Kiel, ²Werner Otto Institut, Hamburg

 

Zusammenfassung: Zur Diagnostik von Mittelohrerkrankungen kommt im klinischen Alltag neben der Tonschwellenaudiometrie standardmäßig die Tympanometrie zum Einsatz. Die klassische Tympanometrie mit einer Messfrequenz bei 226 Hz ist jedoch wesentlich von der Platzierungstiefe der Messsonde im äußeren Gehörgang abhängig und wird der Frequenzabhängigkeit des Mittelohres nicht gerecht. Für die Praxis bedeutet dies, dass der diagnostische Nutzen der Tympanometrie für bestimmte Erkrankungen des Mittelohres, besonders bei Kleinkindern, limitiert ist. Eine neue Möglichkeit zur erweiterten Mittelohrdiagnostik stellt die sog. Breitband-Absorbanz-Tympanometrie dar. Dabei wird im Gehörgang das Absorptionsvermögen von Schallenergie (Energie-Absorbanz) erfasst, welches nahezu unabhängig von der Platzierungstiefe der Messsonde ist. Als Stimulus wird ein Klick-Reiz verwendet, der die Antwort des Mittelohres in einem breiten Frequenzbereich erfasst. Durch die Erweiterung des Frequenzbereiches kann die breitbandige Absorbanz-Tympanometrie – bei vergleichbarer Messdauer – die Sicherheit bei der Diagnostik bestimmter Mittelohrerkrankungen im Vergleich zur klassischen Tympanometrie erhöhen. Ziel dieses Tutorials ist es, dem Leser messtechnische Unterschiede zwischen der klassischen und breitbandigen Tympanometrie zu vermitteln. Zudem soll anhand ausgewählter Mittelohrerkrankungen erläutert werden, inwiefern die Breitband-Absorbanz-Tympanometrie gegenüber der klassischen Tympanometrie einen diagnostischen Mehrwert erbringen kann.

Stichwörter: Mittelohr, Tympanometrie, Impedanz, Admittanz, Reflektanz, Absorbanz

 

Abstract: In addition to pure tone audiometry, the tympanometry is used as standard for middle ear diagnostics in clinical practice. However, conventional tympanometry with a probe frequency of 226 Hz essentially depends on the probe insertion depth in the outer ear canal, and does not account for the frequency dependence of the middle ear. In practice this means that the diagnostic value of conventional tympanometry is limited for certain middle ear disorders, especially in infants. Wideband absorbance tympanometry offers a new approach for extended middle ear diagnostics. Here, the absorption capacity of sound energy (energy absorbance) is measured, which is almost independent of the insertion depth of the probe. The middle ear response is measured applying a click stimulus in a wide frequency range. By extending the frequency range compared to the conventional tympanometry, wideband tympanometry can increase the diagnostic certainty for specific middle ear disorders without longer measurement duration. The aim of this tutorial is to impart knowledge to metrological differences between conventional and wideband tympanometry. Moreover, selected middle ear disorders will be used to explain how wideband tympanometry can provide an additional diagnostic value compared to conventional tympanometry.
 

Keywords: middle ear, tympanometry, impedance, admittance, reflectance, absorbance



 
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