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Z Audiol 2021; 60 (3) 94–103 – Winkler/Schlüter/Gebauer/Seifert/Tuschen/Radeloff/Holube Drucken

Einfluss von Sprechtempo und Störgeräusch auf das Sprachverstehen im Göttinger und im HSM-Satztest


Impact of speech rate and noise on speech recognition in Göttingen and HSM sentence test

 

Alexandra Winkler1,3, Anne Schlüter1,3, Tina Gebauer1, Josephine Seifert1, Laura Tuschen1, Andreas Radeloff2,3,4, Inga Holube1,3
1 Institut für Hörtechnik und Audiologie, Jade Hochschule Oldenburg
2 Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg, Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg
3 Exzellenzcluster „Hearing4All“, Oldenburg
4 Forschungszentrum Neurosensorik, Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg

 

Zusammenfassung: Das Sprachverstehen von Cochlea-Implantat(CI)-Trägern kann u. a. mit dem Hochmair-Schulz-Moser(HSM)-Satztest oder dem Göttinger Satztest (GÖSA) überprüft werden. Beide Satztests bestehen aus Alltagssätzen, unterscheiden sich aber in der Artikulation, im Sprechtempo, im verwendeten Störgeräusch und in der Kalibrierung. Im klinischen Alltag wird der GÖSA im Vergleich zum HSM für CI-Träger teilweise als zu schwierig angesehen. Die Sprechrate als Maß für das Sprechtempo ist mit 279 Silben/min beim GÖSA höher als beim HSM mit 222 Silben/min. Die standardmäßig verwendeten Störgeräusche (CCITT-Rauschen beim HSM und GÖnoise beim GÖSA) bewirken eine unterschiedliche Verdeckung des Sprachmaterials. Um den Einfluss des Störgeräuschs und des Sprechtempos zu erfassen, wurde das Sprachverstehen bei CI-Trägern und bei einer Kontrollgruppe ohne Hörbeeinträchtigung (NH-Gruppe) mit beiden Sprachtests bestimmt. Als Störgeräusche dienten in beiden Sprachtests das CCITT-Rauschen und ein sprachsimulierendes Rauschen (GÖnoise im GÖSA und ein aus seinem Sprachmaterial generiertes Störgeräusch im HSM). Weiterhin wurde die Sprechrate der Sprachmaterialien so verändert, dass der HSM und der GÖSA jeweils eine Sprechrate von 222 und von 279 Silben/min aufwiesen. Pro Satztest wurden damit die Schwellen für ein Sprachverstehen von 50 % (SRT50) bei zwei verschiedenen Sprechraten und zwei verschiedenen Störgeräuschen, also vier Messkonditionen, ermittelt. Die Darbietung der Signale erfolgte in einer gedämmten Freifeldkabine über einen Lautsprecher, der sich frontal vor dem Probanden befand. Die SRT50-Werte im GÖSA unterschieden sich für die vier Messkonfigurationen weder für die CI-Träger noch für die NH-Gruppe signifikant voneinander. Beim HSM hingegen hatten die Sprechrate und das verwendete Störgeräusch einen signifikanten Einfluss auf das Sprachverstehen. Mit zunehmender Sprechrate erhöhte (verschlechterte) sich der SRT50. Das sprachsimulierende Rauschen führte im Vergleich zum CCITT-Rauschen zu besseren SRT50-Werten bei den CI-Trägern, während sich die SRT50-Werte für die NH-Gruppe verschlechterten. Bei Verwendung der gleichen Kalibrierung sind die SRT50-Werte für den HSM mit erhöhter Sprechrate in der NH-Gruppe für das sprachsimulierende Rauschen und in der CI-Gruppe für das CCITT-Rauschen mit den SRT50-Werten für den GÖSA vergleichbar.

 

Stichwörter: HSM, GÖSA, CI, Sprechtempo, Zeitkompression, Störgeräusch, Sprachverstehen

 

Abstract: Speech recognition for cochlear implant (CI) users can be derived using the Hochmair-Schulz-Moser(HSM) sentence test or the Göttingen sentence test (GÖSA). Both tests use everyday sentences, but they differ in articulation, speech tempo, interfering noise and calibration. The GÖSA is regarded in clinical practice as being more difficult to understand for CI users than HSM. Speech rate as a measure of speech tempo of GÖSA is 279 syllables/min and higher than the speech rate of HSM (222 syllables/min). The typical interfering noises, which are used (CCITT noise for HSM and GÖnoise for GÖSA), cause different masking patterns of speech material. Speech recognition was determined using different noises and speech rates for HSM and GÖSA for CI users and people without hearing impairment (NH). CCITT noise and speech simulating noises (GÖnoise for GÖSA and a noise generated from the speech material of HSM) were used for GÖSA and HSM. Speech rate of GÖSA and HSM was changed to present both speech materials at 222 and 279 syllables/min. Therefore, speech recognition thresholds (SRT50) for a score of 50 % correct were measured for four different conditions per speech test (two different noises and two different speech rates). All signals (noise and speech) were presented in a sound attenuated booth using one loudspeaker, which was placed in front of the listeners. There was no significant difference in SRT50-values for all GÖSA conditions for both groups of participants. SRT50-values in HSM significantly differed depending on speech rate and noise. SRT50-values increased with increasing speech rate. CI users showed significantly increased SRT50-values in CCITT whereas for group NH, decreasing SRT50-values in CCITT were observed. When using the same calibration, SRT50-values for HSM with higher speech rate were comparable to those for GÖSA for group NH in speech simulating noise and for group CI in CCITT.

 

Keywords: HSM, GÖSA, CI, speech rate, time compression, noise, speech recognition



 
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© 2022 Zeitschrift für Audiologie / Audiological Acoustics